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Windows XP unter Windows 7: Jederzeit, überall und kostenlos

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Moderator: Redaktion

Windows XP unter Windows 7: Jederzeit, überall und kostenlos

Beitragvon Redaktion, am 18.11.2009 09:41

Ob es darum geht, nicht vertrauenswürdige Software zu testen, sorglos im Internet zu surfen oder eine alte Windows XP-Version parallel zu einem neuen Betriebssystem laufen zu lassen, mit einer virtuellen Maschine ist alles einfach möglich. Mit parallel ist hier übrigens nicht gemeint, dass man XP auf einer anderen Partition installiert und so praktisch zwei unabhängige Betriebssysteme hat, sondern dass man die XP-Version innerhalb eines anderen Betriebssystems starten kann. Wie das geht, zeigen wir im folgenden Artikel.

Was ist eine virtuelle Maschine?

Eine virtuelle Maschine (im Englischen auch „virtual box“ genannt) ist nichts weiter als ein gedachter Computer, der zwar weitestgehend alle Funktionen eines realen Computers erfüllt, dabei aber nicht physisch vorhanden ist. Der Software wird quasi eine Hardware-Umgebung vorgetäuscht, wobei man die Eckdaten dieser Hardwareumgebung festlegen kann. Sprich man kann festlegen, wie viel Festplattenspeicher der virtuelle Rechner hat, wie viel Arbeitsspeicher zur Verfügung steht und welche Rechenleistung der Prozessor hat. Netzwerkzugriff, optische Laufwerke und USB-Eingänge sind natürlich auch vorhanden. Alle Ressourcen werden allerdings vom Gastrechner zur Verfügung gestellt. Das bedeutet, dass wenn man einem virtuellen Rechner eine 100 GB Festplatte zuweisen möchte, dann muss man auf der tatsächlichen physischen Festplatte auch über den entsprechenden freien Speicherplatz verfügen. Rechenzyklen und Arbeitsspeicher werden dann genauso geteilt. Wenn die Rechenleistung also gerade so für das Wirtsbetriebssystem (das Betriebssystem, in welchem man die virtuelle Maschine installiert. Das Wirtsbetriebssystem bewirtet die virtuelle Maschine sozusagen) reicht, wird die Nutzung einer virtuellen Maschine zur Qual.

Kostenlos?

Die im Folgenden vorgestellte Software ist tatsächlich kostenlos. Alles, was man benötigt, ist ein Installationsdatenträger des Betriebssystems, welches man in der virtuellen Maschine benutzen möchte. Wer sowas nicht zur Hand hat, kann in der virtuellen Maschine zum Beispiel auch die ersten Schritte mit Linux machen, ohne dabei sein eigentliches System zu gefährden. Möchte man jedoch Windows XP auf dem virtuellen Rechner installieren, benötigt man eine Windows XP Installations-CD (oder ein entsprechendes CD-Image).

VirtualBox vorgestellt

VirtualBox ist eine umfangreiche, aber dennoch einfach zu bedienende Virtualisierungssoftware, welche nicht nur zu Hause, sondern auch auf Arbeit kostenlos eingesetzt werden kann. Dabei ist die Software sogar Open Source und für zahlreiche verschiedene Wirtsbetriebssysteme geeignet. Das bedeutet zum Beispiel, dass man seinen virtuellen Rechner unter Linux genauso starten kann, wie unter OSX und Windows. Ihr könnt Euch die Software hier herunterladen: http://www.virtualbox.org/

Erste Schritte

Hat man das Programm heruntergeladen und installiert, kann man über den Knopf „Neu“ einen neuen virtuellen Rechner einrichten.

01_emulieren.gif

Im Anschluss wird man von einem Assistenten durch die Einrichtung der virtuellen Maschine geleitet. Den Anfang macht die Frage nach dem gewünschten virtuellen Betriebssystem:

02_OS.gif

Nun steht die Auswahl der RAM-Größe auf dem Programm. Auch wenn uns hier 192 MB vorgeschlagen werden, empfiehlt sich doch eine Installation mit zumindest 512 MB RAM. Dieser Wert kann im Nachhinein auch noch geändert werden (wie bei einem „echten“ Rechner).

03_RAM.gif

Nun geht es um die Auswahl der Festplattengröße. In der Standardeinstellung erzeugt VirtualBox an dieser Stelle ein Abbild der Festplatte, welches später eingebunden wird (ähnlich eines CD- oder DVD-Abbildes). Mit diesem Abbild kann man sein virtuelles Betriebssystem auch später leicht übertragen.

04_HD.gif

Zu beachten gilt, dass das Dateisystem FAT32 maximal etwa 4 GB große Dateien akzeptiert. Möchte man also ein unter NTFS erstelltes 8 GB Image mit einem 16 GB USB-Stick übertragen, der auf FAT32 formatiert ist, muss man das Image erst mit einem Archivierungsprogramm aufteilen.

05_fertig.gif

Der virtuelle Rechner ist jetzt fertig. Nun geht es an die Installation des Betriebssystems.

Windows XP virtuell

Hat man den virtuellen Rechner eingerichtet, kann man entweder das optische Laufwerk des Wirtrechners für den virtuellen Rechner benutzen, oder man bindet eine Image-Datei ein. Klickt hierzu einfach auf CD/DVD-ROM in der rechten Hälfte von VirtualBox:

06_CD.gif

Das obige Bild zeigt die Einstellung, mit welcher man das Laufwerk des Wirtrechners für seinen virtuellen Rechner nutzt. Wählt Ihr jedoch „ISO-Abbild“, könnt Ihr ein Image einbinden. Hat man diesen Schritt erledigt, kann man zum Beispiel noch weitere Einstellungen anpassen oder aber den virtuellen Rechner schon starten. Möchte man zum Beispiel, dass das virtuelle Betriebssystem im lokalen Netz eine andere IP hat, als das Wirtsbetriebssystem, dann wählt man unter Netzwerk bei „angeschlossen an:“ die Option Netzwerkbrücke. Man kann dort den Netzwerkadapter auch deaktivieren.

Fortgeschrittenen Benutzern stehen noch zahlreiche weitere Einstellungen zur Verfügung, doch für den Anfang soll uns die getroffene Auswahl genügen. Wir starten also nun die virtuelle Maschine!

Trommelwirbel

07_install.gif

Tatsache! Die Installation von Windows XP startet wie gewohnt. Das Setup erkennt die Festplatte als unpartitioniert und wir müssen demzufolge eine Partition anlegen:

08_festplatte.gif

Hierfür reicht es aber, wenn wir einfach mit Enter bestätigen und nur eine Partition einrichten. Bei der Wahl des Dateisystems solltet Ihr Euch für „NTFS (schnell)“ entscheiden (schnell steht hier nur für die Formatierungsart: Es wird schnell statt gründlich formatiert, was aber in den allermeisten Fällen irrelevant ist).

Um die Maus wieder aus der virtuellen Maschine zu befreien drückt man kurz die rechte [STRG]-Taste. Später werden noch spezielle Erweiterungen installiert, mit welchen dieser Vorgang einfacher wird.

Abhängig von der Leistungsfähigkeit Eures Computers dauert die Installation jetzt einige Zeit. Die Schritte dieses Abschnittes hängen logischerweise auch von dem zu installierenden Betriebssystem ab und wer die neueste Debian-Version installiert, wird mit anderen Dialogen konfrontiert.

Letzter Schliff

Hat man die Installation abgeschlossen, sollte man noch die sogenannten Gasterweiterungen installieren. Diese ermöglichen eine ergonomischere Interaktion mit dem Gastbetriebssystem. So braucht man jetzt zum Beispiel nicht mehr mit der rechten [STRG]-Taste hantieren, wenn man das Fenster verlassen will. Um die Erweiterungen zu installieren, wählt Ihr einfach den entsprechenden Menüpunkt unter „Geräte“ aus:

09_gaste.gif

Dann wird ein CD-Abbild für Euch in das virtuelle Betriebssystem eingebunden. Nun könnt Ihr die Setup-Datei der Gasterweiterungen ausführen:

10_gaste.gif

Während der Installation wird man mehrfach gefragt, ob man die potentiell unsicheren Treiber installieren möchte, was wir natürlich wollen. Im Anschluss ist Euer virtuelles System fertig und Ihr könnt die problematischen Programme übertragen.

Gemeinsame Ordner

Um zwischen dem Wirtbetriebssystem und dem virtuellen Betriebssystem bequem Daten auszutauschen, bietet sich die Funktion der gemeinsamen Ordner an. Um gemeinsame Ordner anzulegen, nutzt Ihr den entsprechenden Menüpunkt unter „Geräte“:

11_gemeinsame_ordner.gif

Dort kann man einfach einen Ordner auf der lokalen Festplatte auswählen, welcher dann im virtuellen Betriebssystem als Netzwerkordner zur Verfügung steht:

12_gemeinsame_ordner.gif

Jetzt müsst Ihr den Ordner nur noch als Netzlaufwerk einbinden. Dies könnt Ihr unter Arbeitsplatz -> Extras -> Netzlaufwerk verbinden tun. Am einfachsten funktioniert es über den [Durchsuchen]-Knopf. Die gemeinsamen Ordner von VirtualBox erscheinen dort aber nur, wenn man die Gasterweiterungen installiert hat. Und so sieht es aus:

13_gemeinsamer_ordner.gif

Übrigens: Wenn Euch das Fenster des virtuellen Betriebssystems zu klein ist, könnt Ihr auch einfach die Auflösung ändern. Nutzt hierzu einfach wie gewohnt die Anzeigeneinstellungen des virtuellen Windows XP.

Schlusswort

In diesem Artikel haben wir Euch eine kurze Einführung in VirtualBox gegeben und aufgezeigt, wie man sein altes Windows XP weiterleben lassen kann. Damit entfällt nicht nur die Angst vor dem Update, sondern es bieten sich auch gleich noch sehr viele andere Anwendungsmöglichkeiten und der persönlichen Kreativität sind beim Einsatz von VirtualBox kaum Grenzen gesetzt.

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Re: Windows XP unter Windows 7: Jederzeit, überall und kostenlos

Beitragvon Kbrummbaerchen, am 26.11.2009 00:13

Hallo,
bleibt die "Installation" in der Virtuellen Box bestehen, wenn man den Rechner neu bootet?
Wie kann man sich das vorstellen, wird beim erneuten Aufrufen der Virtuellen-Box das Gast-System automatisch, gestartet, und stehen darin dann alle darin installierten Programme, sowie Zugriffe auf Hardware (Drucker) zur Verfügung?

(das wäre ja super, dann bekäme ich mein Mufu HP OJ635 wieder zum laufen(Virtuelles Win2k), welches unter WinXP SP2 permanent abbricht.)

Vielen Dank für Eure Rückinfo im Vorraus,
Baerchen
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Re: Windows XP unter Windows 7: Jederzeit, überall und kostenlos

Beitragvon Spurenleser, am 29.11.2009 12:44

Hallo,

ja, alle Änderungen, die durch das virtuelle OS an der virtuellen Festplatte vorgenommen werden, bleiben bestehen. Da kannst Du das virtuelle OS auch neustarten. Und ja, wenn Du den virtuellen Rechner später startest, wird automatisch das virtuelle Betriebssystem gestartet (außer man hat die Bootreihenfolge umgestellt oder so, was aber nicht der Fall sein dürfte). Der virtuelle Rechner verhält sich eben wie ein echter Rechner, mit dem Unterschied, dass man Änderungen nicht physisch durchführt, sondern nur in VirtualBox Einstellungen ändert.

Ich habe auch gelesen, dass man mit VirtualBox auch die VMWare-Festplattenimages einbinden kann. Wer sowas hat, kann das also auch kostenlos weiternutzen.
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