Die Hersteller von Computer-Hardware sollten die Anforderungen für ihre Produkte eigentlich kennen, aber trotzdem wird selbst „Luxus“-Hardware bei regelmäßigem Gebrauch zunehmend unansehnlich. Hier einmal drei Beispiele, bei denen wir über die Jahre den Verfall beobachten konnten.
Mäuse: Logitech MX518 und Razer Copperhead
Die Logitech MX518 kostet im Moment über 40 €, war aber früher für etwa 25 € zu haben. Die Qualität der Maus lässt eigentlich nichts zu wünschen übrig und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte damals. Nach einigen Jahren im täglichen Gebrauch offenbart die MX518 aber eine andere Seite.
Was sofort auffällt ist das abgewetzte Logitech-Logo auf der Oberseite der Maus. Man könnte meinen, das Logo wurde mit dem Dremel bearbeitet oder die Maus wurde verkehrt herum benutzt. In Wirklichkeit pellt hier aber bloß der Lack ab.
An der MX518 perlen aber noch andere Beschichtungen ab. Die Rede ist hier nicht von den Gleitfüßen (die halten bombenfest!), sondern von der Beschichtung am Rand der Maus. Dank dieser genialen Schicht hat man schon früh das Problem, dass man die MX518 nicht mehr vernünftig reinigen kann, da man durch die Reinigung diese Beschichtung mit entfernt. Die Beschichtung dient wahrscheinlich zur Verbesserung der Haftung, aber inzwischen sieht sie eher wie eine bösartige Hautkrankheit aus.
Auch teurere Mäuse bleiben von diesem Problem nicht verschont. Hier können wir zum Beispiel die Razer Copperhead aufführen. Bei der Copperhead befindet sich die ablösbare Beschichtung direkt auf den Tasten. Das Bild zeigt eine ältere Copperhead, bei der die linke Maustaste ziemlich durchgeklickt ist. Übrigens zeichnet sich diese „Premium“-Maus außerdem dadurch aus, dass sie inzwischen dank eines elektronischen Defektes mitunter Doppelklicks registriert, obwohl nur einmal geklickt wurde. Da hat sich die Hautkrankheit wohl auch im Inneren manifestiert.
Auch Keyboards werden ranzig
In den ersten Wochen konnte die Enermax Aurora vollkommen überzeugen. Integrierte Soundkarte für Skype, gute Ergonomie und schickes Äußeres. Nach nur 6 Monaten Gebrauch zeigt sich dieses 60 € Keyboard allerdings von einer anderen Seite: der Lack auf verschiedenen Tasten begann abzuperlen.
Auf der Abbildung ist nur eine der mehreren Abnutzungsstellen dargestellt. Diese Abnutzung trat beim ganz normalen Gebrauch auf, wobei ausschließlich mit Wasser gereinigt wurde und das sogar selten. Es blieb uns daher nichts anderes übrig, als die Aurora doch als Enttäuschung abschreiben zu müssen.
Ranzige Hardware muss nicht sein
Dass es auch besser geht zeigen zum Beispiel Controller von Spielekonsolen. Die sind regelmäßig in Gebrauch, zeigen aber keine ranzigen Abnutzungserscheinungen. Aber selbst im Bereich der Computer gibt es genug Beweise für durchdachte Konstruktion von Eingabegeräten. So gibt es zum Beispiel keine Laptops mit sich abnutzenden Handballenauflagen und im Grunde gäbe es auch bei den hier vorgestellten Mäusen eine einfache Lösung für das Problem.
Die Lösung lautet: Verzicht! Verzicht auf die sinnfreie Zusatzbeschichtung, schließlich kommt unter der abperlenden Beschichtung die ganz normale Plastik zum Vorschein. Und, oh Wunder, man kann die Maus selbst mit entfernter „Anti-Rutschschicht“ problemlos bedienen und noch dazu einfacher reinigen.
Frage an euch
Mit welcher ranzigen Hardware habt ihr zu kämpfen? Schreibt uns doch einfach eine Antwort auf Facebook. Wir würden uns freuen und wären dankbar für die Warnung vor schlecht durchdachten Produkten. Schließlich bleibt dieser Aspekt der Usability in fast allen Hardware-Tests unbeachtet.
[mk]
