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Wenn Hardware ranzig wird

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Moderator: Redaktion

Wenn Hardware ranzig wird

Beitragvon Redaktion, am 13.02.2012 17:23

Die Hersteller von Computer-Hardware sollten die Anforderungen für ihre Produkte eigentlich kennen, aber trotzdem wird selbst „Luxus“-Hardware bei regelmäßigem Gebrauch zunehmend unansehnlich. Hier einmal drei Beispiele, bei denen wir über die Jahre den Verfall beobachten konnten.

Mäuse: Logitech MX518 und Razer Copperhead

Die Logitech MX518 kostet im Moment über 40 €, war aber früher für etwa 25 € zu haben. Die Qualität der Maus lässt eigentlich nichts zu wünschen übrig und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte damals. Nach einigen Jahren im täglichen Gebrauch offenbart die MX518 aber eine andere Seite.

logitech 2.jpg


Was sofort auffällt ist das abgewetzte Logitech-Logo auf der Oberseite der Maus. Man könnte meinen, das Logo wurde mit dem Dremel bearbeitet oder die Maus wurde verkehrt herum benutzt. In Wirklichkeit pellt hier aber bloß der Lack ab.

logitech 1.jpg


An der MX518 perlen aber noch andere Beschichtungen ab. Die Rede ist hier nicht von den Gleitfüßen (die halten bombenfest!), sondern von der Beschichtung am Rand der Maus. Dank dieser genialen Schicht hat man schon früh das Problem, dass man die MX518 nicht mehr vernünftig reinigen kann, da man durch die Reinigung diese Beschichtung mit entfernt. Die Beschichtung dient wahrscheinlich zur Verbesserung der Haftung, aber inzwischen sieht sie eher wie eine bösartige Hautkrankheit aus.

razer.jpg


Auch teurere Mäuse bleiben von diesem Problem nicht verschont. Hier können wir zum Beispiel die Razer Copperhead aufführen. Bei der Copperhead befindet sich die ablösbare Beschichtung direkt auf den Tasten. Das Bild zeigt eine ältere Copperhead, bei der die linke Maustaste ziemlich durchgeklickt ist. Übrigens zeichnet sich diese „Premium“-Maus außerdem dadurch aus, dass sie inzwischen dank eines elektronischen Defektes mitunter Doppelklicks registriert, obwohl nur einmal geklickt wurde. Da hat sich die Hautkrankheit wohl auch im Inneren manifestiert.

Auch Keyboards werden ranzig

In den ersten Wochen konnte die Enermax Aurora vollkommen überzeugen. Integrierte Soundkarte für Skype, gute Ergonomie und schickes Äußeres. Nach nur 6 Monaten Gebrauch zeigt sich dieses 60 € Keyboard allerdings von einer anderen Seite: der Lack auf verschiedenen Tasten begann abzuperlen.

aurora_smudge.jpg


Auf der Abbildung ist nur eine der mehreren Abnutzungsstellen dargestellt. Diese Abnutzung trat beim ganz normalen Gebrauch auf, wobei ausschließlich mit Wasser gereinigt wurde und das sogar selten. Es blieb uns daher nichts anderes übrig, als die Aurora doch als Enttäuschung abschreiben zu müssen.

Ranzige Hardware muss nicht sein

Dass es auch besser geht zeigen zum Beispiel Controller von Spielekonsolen. Die sind regelmäßig in Gebrauch, zeigen aber keine ranzigen Abnutzungserscheinungen. Aber selbst im Bereich der Computer gibt es genug Beweise für durchdachte Konstruktion von Eingabegeräten. So gibt es zum Beispiel keine Laptops mit sich abnutzenden Handballenauflagen und im Grunde gäbe es auch bei den hier vorgestellten Mäusen eine einfache Lösung für das Problem.

Die Lösung lautet: Verzicht! Verzicht auf die sinnfreie Zusatzbeschichtung, schließlich kommt unter der abperlenden Beschichtung die ganz normale Plastik zum Vorschein. Und, oh Wunder, man kann die Maus selbst mit entfernter „Anti-Rutschschicht“ problemlos bedienen und noch dazu einfacher reinigen.

Frage an euch

Mit welcher ranzigen Hardware habt ihr zu kämpfen? Schreibt uns doch einfach eine Antwort auf Facebook. Wir würden uns freuen und wären dankbar für die Warnung vor schlecht durchdachten Produkten. Schließlich bleibt dieser Aspekt der Usability in fast allen Hardware-Tests unbeachtet.

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Re: Wenn Hardware ranzig wird

Beitragvon Rikki-Tikki-Tavi, am 13.02.2012 19:18

Ich hatte die gleichen Probleme mit meiner Logitech MX-Schiesmichtot. Meine mittlerweile auch mehrere Jahre alte G5 hält sich aber Wacker: Dank einer Art Lotusblatt-Oberfläche ist die Maus immer noch wie neu. Ich habe nur einmal die Daumenablage sauber machen müssen. Große Empfehlung von mir.
Meine Konfigurations-Empfehlungen:
Spiele-AMD für 400€ | Spiele-Intel für 420€ | Bauen-wir-uns-ein-Mittelklasse-System-t119.html
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Re: Wenn Hardware ranzig wird

Beitragvon HolgerM, am 13.02.2012 19:55

maus2.jpg
Maustaste blank geklickt!
GrĂĽĂźe Holger M.
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HolgerM
 

Re: Wenn Hardware ranzig wird

Beitragvon -hjo-, am 14.02.2012 13:59

20120214_104528_1280.jpg
HTC Desire Z - ein Jahr alt, Samtlack auf Metallflächen löst sich ab.


Update:
HTC_DesireZ_Akkudeckel.JPG
HTC Desire Z - etwas über ein Jahr alt. Buchstaben auf Akkudeckel lösen sich ab
Zuletzt geändert von -hjo- am am 27.03.2012 10:47, insgesamt 3-mal geändert.
@ dell xps 420 + geforce gts 240 + 4gb pc2-5300
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Re: Wenn Hardware ranzig wird

Beitragvon Wegi89, am 15.02.2012 11:44

Ich kann mich anschließen, meine Logitech G5 habe ich seit 5 Jahren, bis auf einmal Mausfüße wechseln ist sie noch gut in Schuss! Lediglich die Farbe auf den Tasten ist teils etwas abgewetzt. Da man aber schwarzen Kunststoff dafür vrwendet hat, macht das nicht so viel aus, jetzt hat sie einen schönen used-look, ohne komplett ranzig zu wirken;)
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Re: Wenn Hardware ranzig wird

Beitragvon mf-concepts, am 16.02.2012 04:10

[grĂĽbel]
Ranzig wird Hardware doch nur, wenn biologische Materialien, die vom Hersteller nicht mit geliefert wurden, sich auf und in Hardware breit machen und in ihrer Zusammensetzung so weit verändern, dass.....
Gerade Mäuse und Tastaturen sind natürlich prädestiniert, aber wenn man sie nur ein bisschen pflegt und sauber hält, dann darf man doch höchstens von "in Ehren ergraut" sprechen, alternativ könnte man auch "würdevoll abgewetzt", "von Spuren des Lebens gezeichnet" oder ähnliche Beschreibungen verwenden, oder?!?
Irgendwie deutet 'ranzig' doch wohl mehr auf die (dann eben nicht anzunehmende) Reinlichkeit des Benutzers hin als auf Abnutzung.
[/grĂĽbel]

Und wenn wir schon dabei sind: wo bleibt hier eigentlich die Dankbarkeit gegenĂĽber Eurer Hardware, die sich so sehr geopfert hat, um Euch mit einwandfreier Funktion zu erfreuen? *g*

Gerade aktuell bin ich dabei, ein Cherry CyMotion Master Solar Set in den wohlverdienten Ruhestand zu verabschieden.
Anfang 2004 gekauft, hat es mir nun acht ganze Jahre ohne Murren gedient - und das an einem 4er KVM-Switch fast täglich mit nicht selten 12 bis 15h. Es sind erst die zweiten AccuCell-Akkus in der Tastatur, die Maus hat vergangenes Jahr die dritten Akkus erhalten und aufladen musste ich die Tastaturakkus nur ein einziges Mal - in acht Jahren!
Das Set darf auf seine alten Tage an einen weniger beanspruchten Rechner - fĂĽr den Fall, dass er mal direkt und nicht von Ferne bedient werden will.
So weit also definitiv ein Gewinn, selten hatte ich eine so zuverlässige schnurlose Hackbrett-Nager-Kombi.

Nun zu den Verlusten...
Die Tastatur hat an einer kleinen Stelle (Lieblings-Ruhepunkt des rechten Daumens, ca. 10x20mm) kein Silber mehr und rund um die Cursortasten ist die Deckschicht dort etwas angegriffen, wo die Fingerkuppen (und Nagelkanten) der kleineren Finger immer wieder mal auftreffen - Tabellen, sonstige Dokumente, Menüs, etc., ... lassen grüßen. Am meisten benutze Tasten haben etwas an Glanz zugelegt - aber nur dezent. Hätte ich nicht vor ein paar Jahren einmal eine Orange zu nah am Keyboard geschält, sähe sie besser aus als so manche andere nach zwei Jahren... . Feine Sprenkel bzw. matte Pünktchen erinnern mich aber seitdem daran, warum ausgerechnet die Citrusöle aus Orangenschalen zu den besten (und aggressivsten) Reinigern gehören.
Bei der Maus scheint der graue Kunststoff der seitlichen Halbschalen schon seit langem an mehreren Stellen durch, der silberne Lack ist ab. Auf den Tasten ist sie nicht mehr matt und rauh, sondern glatt und glänzend, dafür aber ohne jede Kante und bis heute hat sie links und rechts einen gleichen Druckpunkt. Das Problem des Lackverlusts bei den Seitenteilen war Cherry bald bekannt, ich hätte vom Händler damals einen Satz neue haben können -sehr kulant. Aber da die Ersatz-Schalen auch wieder nicht durchgefärbt waren, habe ich dankend verzichtet.
Hin und wieder geputzt, sind beide auch nach der langen Zeit ganz und gar nicht ranzig. Wären es Schuhe, dann wären sie 'gut eingelaufen' aber noch lange nicht ausgelatscht.

Wenn ich jetzt bedenke, was beide bei mir und mit mir in den acht Jahren so alles erlebt haben, .... Respekt, das war Stehvermögen!
Und jede Macke, jede blanke Stelle ist durchaus hart erworben und in jedem Fall verdient. So wie man auch uns ab irgendwann ansieht, was wir hinter uns haben. Es ist am Ende einfach eine Frage des Blickwinkels.

Achso...: nein, ich werde nicht auf Facebook antworten.
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Re: Wenn Hardware ranzig wird

Beitragvon aerospacefranky, am 16.02.2012 13:19

Also beim Asus eee-pc (ca 2 Jahre alt) wurde zwar nichts "optisch" ranzig, dafĂĽr ging die Funktion der linken Maustaste des touchpads nach einiger Zeit nicht mehr (nur noch unter extremer Gewalteinwirkung...)
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Re: Wenn Hardware ranzig wird

Beitragvon rurik2de, am 23.02.2012 23:12

Rikki-Tikki-Tavi hat geschrieben:Ich hatte die gleichen Probleme mit meiner Logitech MX-Schiesmichtot. Meine mittlerweile auch mehrere Jahre alte G5 hält sich aber Wacker: Dank einer Art Lotusblatt-Oberfläche ist die Maus immer noch wie neu. Ich habe nur einmal die Daumenablage sauber machen müssen. Große Empfehlung von mir.


Dem kann ich nur zustimmen! Meine mittlerweile in die Jahre gekommende G5 refresh sieht auch noch aus wie neu.
Da hat sich Logitech wirklich MĂĽhe gegeben.

Schade das diese Beschichtung nicht mehr auf die neuen Modelle angewendet wird, stattdessen haben die neuen meistens immernoch diese komische Gummierung, welche nach ein paar Monaten abblättert.
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Re: Wenn Hardware ranzig wird

Beitragvon Conquistador, am 14.03.2012 02:04

Zusätzlich zum Thema möchte ich ergänzen, dass viele ältere Produkte chemisch nicht stabilisert sind. Neuere auch, wenn diese in China (nicht nur) hergestellt wurden. Wenn man die Warnseite der EU über gefährliche Produkte beachtet, weiss man, dass nicht alles Gold ist was glänzt. Mäuse, Tastaturen oder generell, Kunststoffe die stinken, dunsten Chemikalien aus. Das darf nicht, weil dies ein Anzeichen unzulässiger Chemikalien in dem Gegenstand ist.

Tastaturen, Mäuse verschiedener Hersteller in einem geschlossen Karton aufbewahren, kann Totalverlust bedeuten. Die Ausdünstungen, die sogenannten Weichmacher, richten dann richtigen Schaden an. Auch die unbedarft genommene Plastiktüte kann der Auslöser sein.

Abnutzungserscheinungen verursacht man auch selber. Persönliche Reinlichkeit ist zwar gut, aber wie wirkt sich z. B. die parfümerierte Handwäsche auf die Maus/Tastatur aus? Bei den Damen evtl. nicht ganz ausgehärte Acryl-Lacke auf den Nägeln, die z. B. nicht richtig UV-stabilisert wurden. Nagellackentferner. Pflegecreme, die zwar in die Haut "eingesaugt" wurde, aber bei jedem Anschlagdruck wieder ausgepresst wird. Nicht wahrnehmbarer Körperschweiss ist die gefährlichste Säure, die man selber produziert. Selbst Luxusprodukte sind nicht lebenslang dagegen gefeit - es dauert "manchmal" etwas länger, bis auch diese unansehnlich werden.
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