Bei Laptops sieht es allerdings anders aus: Bei meist gerademal 40 cm Abstand zwischen Kopf und Gerät hört man besonders in leisen Umgebungen jedes Arbeitsgeräusch. Wenn man nicht mit hoher Geräuschtoleranz gesegnet ist, hilft nur der Griff zu einer SSD. Zwar sind diese Festplatten zurzeit immer noch wesentlich teurer als mechanische Festplatten, doch so horrend teuer wie vor einem Jahr sind sie nicht mehr. In diesem Artikel widmen wir uns daher dem Themenkreis Laptops, SSDs und Lautstärke.
Solid-State-Disks: Vorteile, Nachteile und Kosten
Die im Test verwendeten Festplatten:
| --------------------- | SAMSUNG HM160HI--- | WD Scorpio Blue (WD5000BEVT) -- | INTEL X25-M G2 Postville (SSDSA2MH080G2C1) |
| Speicherplatz | 160 GB | 500 GB | 80 GB |
| Preis/GB* | 0,19 €/GB | 0,12 €/GB | 2,35 €/GB |
| Preis | | | ![]() |
Die Vorteile von SSDs liegen auf der Hand: Sie sind wesentlich schneller als mechanische Festplatten, arbeiten komplett geräuschlos, verbrauchen immer weniger Strom und entwickeln nicht so viel Abwärme. Exakt die Faktoren, von denen man bei Laptops am meisten profitiert. SSDs sind nicht nur bei der Zugriffszeit schneller als mechanische Festplatten, sondern auch bei den durchschnittlichen Transferraten. Somit werden alle Anwendungen schneller geladen und der Rechner selbst braucht ebenfalls weniger Zeit zum hochfahren.
Zwar sind SSDs den mechanischen Festplatten in fast allen Aspekten überlegen, doch in zwei Bereichen fehlt es noch an Konkurrenzfähigkeit: Dem Preis-Leistungs-Verhältnis und der Speicherkapazität. Während man heute schon 2,5‘‘-Festplatten mit 1 TB Speicherkapazität kaufen kann, fassen die größten 2,5''-SSDs „nur“ etwa 256 GB. Pro GB Speicherkapazität zahlt man bei Solid-State-Festplatten leider immer noch circa 20-mal so viel wie bei mechanischen Festplatten.
SSDs mit geringerer Kapazität haben in der Regel geringere maximale Transferraten, wobei bei MLC-SSDs außerdem noch über geringere Schreibgeschwindigkeiten verfügen, als die teureren Solid-State-Disks mit SLC-Chips. Beim Betrieb im Laptop kommt es jedoch weniger auf die Geschwindigkeit an, da selbst günstige SSDs schon schnell genug sind, um im Laptop nicht mehr der Flaschenhals zu sein.
Intels X25-M G2 Postville (SSDSA2MH080G2C1)
Im Gegensatz zu ihren Vorgängern finden sich in den X25-M G2 SSDs 34 nm Chips, was im Vergleich zu den 50 nm Chips der ersten Generation zu erneut verringertem Stromverbrauch führt. Außerdem bietet Intel für die alte Generation kein TRIM-Firmware-Update, was die Postville SSDs noch attraktiver werden lässt. Die X25-M G2 SSDs bieten nur eine vergleichsweise geringe Schreibrate: bis zu 70 MB/s für das 80 GB Modell und bis zu 100 MB/s für das 160 GB Modell. Durch die extrem geringen Schreiblatenzen sind diese SSDs aber dennoch in vielen Szenarien leistungsfähiger als ihre mechanischen Kollegen. Weitere technische Informationen findet ihr auf der Herstellerseite der Intel X25-M SSDs.
Man kann die zwei Generationen der X25-M SSDs einfach durch ihre Farbe unterscheiden: Die zweite Generation ist silber, während die alten SSDs schwarz sind.
Herstellerinformationen:
| Formfaktor | 2,5'' |
| Kapazität | 80 GB |
| MLC/SLC | MLC |
| durchschnittliche Transferraten------- | |
| -------Lesen | bis zu 250 MB/s |
| -------Schreiben | bis zu 70 MB/s |
| Latenzen | |
| -------Lesen | 0,065 ms |
| -------Schreiben | 0,085 ms |
| Betriebstemperatur | 0 - 70 °C |
| Besonderheiten | NCQ, TRIM |
Produktbilder:
Weitere beliebte Solid-State-Festplatten
| --------------------- | KINGSTON SSDNow V Serie --- | SUPERTALENT UltraDrive GX (MLC)--- | CORSAIR P128 | INTEL X25-M G2 Postville |
| Speicherplatz | 64 GB | 64 GB | 128 GB | 160 GB |
| Preis/GB* | 1,59 €/GB | 2,58 €/GB | 2,27 €/GB | 2,27 €/GB |
| Preis | | | | ![]() |
Auf SSD umsteigen: Hardware-Umzug und Software-Migration
Der Umstieg auf eine Solid-State-Festplatte ist nicht kompliziert, da nur wenige Punkte Beachtung finden müssen. An erster Stelle steht hier die physische Eignung der SSD zum Einbau in einen Laptop. Verschiedene Solid-State-Disks überschreiten die normalen Abmessungen einer 2,5‘‘-Festplatte nämlich, wodurch ein Einbau in einen Laptop unmöglich wird. Hat man diese Frage geklärt, muss man sich über die benötigte Speicherkapazität Gedanken machen. Soll das aktuelle Betriebssystem so wie es ist weitergenutzt werden, muss die SSD groß genug für die alte Systempartition sein (es zählt nur belegter Speicherplatz). Wird ein solcher Komplettumzug nicht gewünscht, kann einfach neu installiert werden. Hier muss die zukünftige SSD aber ebenfalls über eine gewisse Mindestkapazität verfügen. Nach Installation von Windows 7 Ultimate waren auf der 80 GB SSD noch 60 GB frei und als dann alle benötigten Programme installiert waren, verfügten wir nur noch über 50 GB freien Speicher. Es ist also klar, dass es bei Windows 7 mit einer 40 GB SSD schon sehr knapp wird.
Ist der Komplettumzug von einem bestehenden System gewünscht, spiegelt man ein Abbild der Systempartition auf die neue Solid-State-Platte. Hierfür kann man verschiedene Programme von Drittanbietern benutzen oder zu Bordmitteln greifen (z.B. XXclone oder CloneZilla). In der Praxis variieren die durchzuführenden Schritte abhängig von der verwendeten Applikation, weswegen eine genaue Erklärung den Rahmen dieses Artikels leider sprengen würde. Anleitungen zum klonen mit Clonezilla findet Ihr zum Beispiel hier oder hier.
Der eigentliche Umbau stellt sich unkompliziert dar. Man benötigt in den allermeisten Fällen nur einen passenden Schraubenzieher. Der verwendete Schraubendreher muss sehr gut passen, da sonst der Schraubenkopf beschädigt werden kann und man die Schraube womöglich nicht mehr gedreht bekommt. Die folgenden Bilder illustrieren den Festplattenwechsel bei einem Dell XPS M1530:
Wohin mit der alten Festplatte?
Die im Laptop vorher verbaute 2,5‘‘-Festplatte kann man im Anschluss an den Umbau nutzen, um die Schwächen der SSD, nämlich die Speicherkapazität, auszugleichen. Hierfür verbaut man die Platte einfach in einem externen Gehäuse mit USB-Anschluss und schon kann man die Platte als externen Datenträger verwenden. Diese Festplatte findet bequem Platz in der Laptoptasche, hat praktisch kein Gewicht und fasst heute bis zu 1 TB Daten. Man verfügt so über viel mobilen Speicherplatz, den man sehr flexibel einsetzen kann. Da die 2,5‘‘-Festplatten zum Betrieb nur 5 Volt benötigen, wird beim Anschluss über USB auch kein zusätzliches Netzteil benötigt, was die Ergonomie weiter erhöht.
Bei den externen Gehäusen kann man aus vielen Modellen eine Auswahl treffen. So gibt es zum Beispiel Gehäuse mit eSATA-Anschluss, was noch höhere Übertragungsraten ermöglicht. Wir haben uns für ein RAIDSONIC ICY BOX IB-266StUSD-B entschieden. Dieses externe Gehäuse wird mit einem passenden Wechselrahmen geliefert. Der Wechselrahmen wird in einen leeren externen 3,5‘‘-Schacht verbaut und bindet bei Benutzung das externe Gehäuse direkt per eSATA an das System an. Damit dies Sinn hat muss man allerdings über ein Mainboard verfügen, welches hot plug-fähig ist und daher den Einbau von neuen SATA-Geräten während des Betriebs gestattet.
Lautstärke: Mechanische Festplatte vs. SSD
Der Lautstärkenunterschied macht sich besonders beim längeren Arbeiten mit dem Gerät bemerkbar. Die vorinstallierte Festplatte gibt permanent ein gut hörbares Brummen von sich, welches beim Suchen und Schreiben von den charakteristischen Festplattengeräuschen begleitet wird. Arbeitet man nicht gerade in einer leisen Umgebung, fallen die entsprechenden Geräusche nicht sehr auf, sind aber stets bemerkbar. Die Festplattenvibrationen können außerdem vom Tisch verstärkt werden (z.B. bei Platzierung des Laptops auf einem leichten Holztisch). In dem Fall wirkt der Tisch als Resonanzkörper und das Brummen wird noch besser hörbar. Wir haben die Lautstärke von 2 mechanischen Festplatten durch einen längeren Praxisbetrieb ermittelt und außerdem eine Videoaufzeichnung zum Vergleich der Audiocharakteristik vorgenommen. Im Test kamen folgende Festplatten zum Einsatz:
| HM160HI (160 GB Samsung) | WD5000BEVT (500 GB WD) | 80 GB Intel SSD (SSDSA2MH080G2C1) |
|
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Die ab Werk verbaute 160 GB Festplatte von Samsung (HM160HI) zeichnete sich akustisch durch eher geringe Such- und Schreibgeräusche aus, wobei die Platte jedoch merklich vibrierte. Diese Vibration wird vom Laptop verstärkt und je nachdem, wo man das Gerät platziert, noch deutlicher hörbar. Für einige Tage hatten wir Western Digitals WD5000BEVT als Datenträger im Laptop verbaut. Die Platte bietet 500 GB Speicherplatz, allerdings bei einer inakzeptablen Geräuschkulisse. Die Platte erzeugt eine Art „Schleifgeräusch“, welches beim Einbau in den Laptop ebenfalls verstärkt wird. Dazu kommt, dass auch die WD5000BEVT vibriert, was jedoch neben dem „Schleifgeräusch“ nicht mehr wahrnehmbar ist. Die Lautstärken und Geräusche der einzelnen Platten könnt ihr euch in folgendem Video ansehen:
-------------------------------------------------------------- | Laptop-Lautstärke trimmen: Wie viel leiser mit SSD?
In diesem Video betrachten wir die Festplatte als Geräuschquelle im Laptop genauer: Wie viel leiser wird das Gerät durch Umstieg auf eine SSD? Zum Schottenland.de Youtube-Channel |
SSD als Geräuschquelle oder CPU Whine?
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Nach erfolgreicher Windows Installation auf der SSD bemerkten wir im normalen Betrieb ab und zu ein hochfrequentes Fiepen, welches beim HDTune Benchmark besonders deutlich war. Eine kurze Internetrecherche entlarvte dieses Fiepen als den augenscheinlich berüchtigten „CPU Whine“ (CPU Heulen). Das Fiepen der CPU ist offenbar ein Geräusch, welches durch den Wechsel zwischen den verschiedenen Energiesparzuständen der CPU erzeugt wird. Abhilfe schaffte in diesem Fall die Nutzung des Programmes RMClock von Rightmark. Hier sind die von uns getroffenen Einstellungen:
Solltet ihr Verbesserungsvorschläge für die RMClock-Konfiguration haben oder alternative Lösungen für das CPU Whine-Problem kennen, würden wir uns über eine Antwort sehr freuen.
Nach der Konfiguration von RMClock war unser Dell XPS M1530 endlich komplett geräuschlos. Sobald die CPU-Temperatur über 44 °C stieg, sprang der interne Lüfter an und kühlte den Prozessor wieder auf unter 30 °C ab. Der Bastel- und Konfigurationsaufwand hatte sich also gelohnt.
Temperatur der SSD
SSDs verfügen im Gegensatz zu mechanischen Festplatten über keinen Temperaturfühler, was eine Messung der Datenträgertemperatur während des Betriebs erschwert. Beim Arbeiten am Laptop stellten wir jedoch fest, dass sich die Fläche links des Touchpads bei Betrieb mit Intels SSD kaum erwärmte. Bei Nutzung der mechanischen Festplatten war diese Handablage, abhängig von der Umgebungstemperatur, warm bis heiß. Unsere Kollegen von Hartware.de ermittelten für SSDs eine Temperaturdifferenz zur Raumtemperatur von etwa 5 °C, wohingegen mechanische Festplatten in unserem Test ein delta T von etwa 10 °C bis 15 °C aufwiesen. In der Praxis bedeutet dies, dass bei Verwendung einer SSD die Laptoptemperatur geringer ausfällt, wodurch der Lüfter seltener tätig wird.
Performance
Wir haben die Leistung der einzelnen Festplatten beim Betrieb an unserem Testsystem ermittelt. Im Anschluss testeten wir die Leistung der SSD und der Samsung HM160HI im Laptop. Die Western Digital verbauten wir in einem externen Gehäuse mit eSATA-Anschluss und testeten dann die Leistung der Platte bei Betrieb im mitgelieferten Wechselrahmen. Die Verwendung des Wechselrahmens hatte keinen Einfluss auf die Transferraten oder Zugriffszeiten.
HDTune Lesegeschwindigkeit – Betrieb am Testsystem
HDTune Zugriffszeit – Betrieb am Testsystem
HDTune Burst – Betrieb am Testsystem
HDTune Lesegeschwindigkeit – Betrieb im Laptop
HDTune Zugriffszeit – Betrieb im Laptop
HDTune Burst – Betrieb im Laptop
Der TRIM-Befehl und Intels Firmware-Update
Wir berichteten bereits über den SSD-TRIM-Befehl und die Relevanz für die Leistung von SSDs. Im Oktober 2009 veröffentlichte Intel ein Firmware-Update, welches TRIM-Unterstützung auf den 34 nm-SSDs von Intel ermöglichte. Nachdem das Update wegen Problemen wieder von der Webseite entfernt wurde, konnte Intel Ende November 2009 eine funktionierende Version des Firmware-Updates zur Verfügung stellen. Außerdem bietet Intel noch eine SSD-Toolbox, mit welcher man verschiedene Werte der SSD auslesen kann. Mit der Toolbox kann man seine SSD außerdem optimieren. Intel empfiehlt, dies wöchentlich durchzuführen.
Das Firmware-Update von Intel kommt in Form eines ISO-Abbildes zum Brennen auf eine leere CD. Im Anschluss bootet man von dieser CD und das Firmware-Update wird durchgeführt. Die Anwendung warnt vor dem möglichen Datenverlust und weist den Nutzer mehrfach auf die mit dem Update verbundene EULA hin. Das Update verlief auf unserem Testlaptop problemlos.
Informationen über Firmware-Updates für andere SSDs findet ihr hier:
Batterielaufzeit
Der Stromverbrauch von heutigen SSDs liegt zwischen 0,6 bis knapp 3 Watt (unter Volllast). In demselben Bereich bewegt sich auch Western Digitals Scorpio Blue (WD5000BEVT). Die Batterielaufzeit wird also von dem Wechsel auf SSD nur geringfügig beeinflusst. Wesentlich größeren Einfluss haben andere Faktoren, wie zum Beispiel die Helligkeit des Monitors und die CPU-Last. Windows 7 bietet in den Energieoptionen viele Einstellungen, die Batterielaufzeit zu verlängern.
Laut den Angaben von Intel hat die im Test verwendete SSDSA2MH080G2C1 eine typische Leistungsaufnahme von 0,15 W unter Last und 0,075 W im Leerlauf. Der Laptop verbraucht im Leerlauf etwa 27 W. Nimmt man eine Stromeinsparung von 2 W an, würde dies eine etwa 9 % längere Laufzeit bedeuten. Bei 3 Stunden Betriebszeit sind 9 % etwa 16 Minuten. Demzufolge ist der Laufzeitgewinn vernachlässigbar und würde von einem Akku mit mehr Kapazität wesentlich mehr verbessert werden.
Fazit
Für etwa 190 € kann man mit Intels X-25M SSD ein Notebook auf lautlos trimmen und erhält so nicht nur einen unhörbaren, sondern gleichzeitig noch sehr schnellen Datenträger. Wer nicht zu jeder Zeit über viel Speicherplatz verfügen muss ist dabei mit der 80 GB Variante bereits gut bedient. Zwar bietet Intel auch eine 160 GB Version, doch kostet diese im Moment noch stolze 340 €. Ist nur der Speicherplatz der entscheidende Faktor, stellt der Griff zu einer SSD im Moment die falsche Entscheidung dar. Stattdessen sollte man zum Beispiel eher zu einer Festplatte aus der Scorpio Blue-Reihe oder einer anderen guten 2,5''-Festplatte greifen.
Braucht man unterwegs die großen Datenmengen nur gelegentlich, ist eine externe 2,5‘‘-Festplatte eine gute Alternative. Sofern die verwendeten Rechner es unterstützen, sollte man hier auf eSATA setzen.
Beliebte mechanische 2,5'' Festplatten
| --------------------- | SAMSUNG HM320JI -- | SAMSUNG HM500JI-- | WD Scorpio Blue (WD6400BEVT)-- | WD Scorpio Blue (WD10TEVT) |
| Speicherplatz | 320 GB | 500 GB | 640 GB | 1000 GB |
| Preis/GB* | 0,14 €/GB | 0,12 €/GB | 0,12 €/GB | 0,18 €/GB |
| Preis | | | | ![]() |
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