Wie auf Elektronikmessen üblich, hat auch Intel auf der CES neue Produkte vorgestellt. Die Firma nutzte die Gelegenheit, um die Grafikfähigkeit von Ivy Bridge zu demonstrieren. Dazu bediente sich Intel eines Laptops mit Ivy Bridge CPU, des Spiels F1 2011 und eines Racing Lenkrades. An der ganzen Sache schien allerdings etwas ordentlich faul zu sein, aber schaut doch einfach selbst:
Missgeschick oder Absicht?
Während der Präsentation sind mehrfach deutlich die Steuerelemente des Videoplayers VLC sichtbar und als deutlich wird, dass das Spiele nicht wirklich live am Laptop gesteuert wird, versucht sich der Intel-Mitarbeiter durch „they are driving it from backstage“ rauszureden (sinngemäß: das Spiel würde von den Kollegen hinter der Bühne gesteuert). Dabei war dennoch deutlich, dass es sich um ein vorher aufgezeichnetes Video handelte, welches nur über VLC abgespielt wurde.
Nun stellte sich natürlich die Frage, ob es sich hier nur eine ungeschickte Werbemaßnahme handelte oder ob Intel hohe Produktqualität vortäuschen wollte. Brightsideofnews.com konnte schon am nächsten Tag die Antwort liefern: die Videoaufzeichnung war nur die Backup-Variante, welcher man sich aufgrund technischer Probleme bedienen musste. Den Reportern von BSN wurde am Folgetag die Gelegenheit gegeben, dass Spiel auf demselben Laptop zu spielen und so stellte sich heraus, dass Ivy Bridge tatsächlich leistungsfähig genug für das Spiel ist.
Intels Ivy Bridge
Ivy Bridge wird der Die Shrink der aktuell auf den Sandy Bridge verwendeten Prozessorarchitektur. Der im 22-Nanometer-Prozess gefertigte Chip soll spätestens im April auf den Markt kommen und bringt zahlreiche neue Funktionen mit. So wird zum Beispiel der PCI-Express-3.0-Standard unterstützt und die integrierte Grafikeinheit soll deutlich leistungsfähiger sein. Unterstützte Spezifikationen umfassen hier DirectX11, OpenGL 3.1 und OpenCL 1.1. Ivy Bridge soll nach Angaben von Intel 20 % leistungsfähiger sein als vergleichbare Chips aus der Sandy-Bridge-Familie, wobei Ivy außerdem weniger Strom verbrauchen soll.
Fazit
Ehrlich währt immer noch am längsten. Offen auf technische Probleme hinzuweisen hätte ohne Frage kein so peinliches Bild abgegeben, aber zu Intels Glück kann man keine Böswilligkeit unterstellen, da die Leistung von Ivy Bridge nicht fehlrepräsentiert wurde. Wer keinen Wert auf moderne PC-Spiele legt wird mit der Grafikleistung der neuen CPUs vollkommen zufrieden sein.
[mk]
