Kabel oder Satellit?
Auf die Wahl zwischen Kabel und Satellit haben verschiedene Faktoren einen Einfluss. Wohnt man zum Beispiel zur Miete, ist es nicht selten, dass der Mietvertrag eine Installation von Parabolantennen untersagt. In diesem Fall bleibt nur der Weg über DVB-C bzw. DVB-C2 (Kabelfernsehen). Wohnt man im Eigenheim, kann man hingegen über Satellit eine wesentlich größere Sendervielfalt empfangen, was auch HDTV-Sender betrifft. Der Nachteil sind hier ganz klar die höheren Installationskosten und der damit verbundene Aufwand. Beim Kabelfernsehen ist man hingegen der Willkür der Betreiber ausgeliefert, denn sie entscheiden, welche Sender in HD in das Kabelnetz eingespeist werden.
DVB-C, DVB-C2 – HD über Kabelfernsehen
Beim Kabelfernsehen werden die Sender vom Betreiber des Kabelnetzes eingespeist. Hier gibt es regionale Unterschiede und welche Sender man empfangen kann, beziehungsweise wie gut die Qualität der Ausstrahlung ist, hängt vom Betreiber ab. Für den Empfang wird in der Regel eine Smartcard benötigt, für welche vom Kabelnetzbetreiber eine zusätzliche Monatsgebühr erhoben wird.
Der klare Nachteil von High Definition TV über Kabel liegt in der begrenzten Übertragungsbandbreite. Über kurz oder lang kann nur eine bestimmte Anzahl Sender übertragen werden. Dies ist einer der Gründe, neben Kosteneinsparungen, warum in den USA TV-Sendung zwar teilweise in HD übertragen werden, aber dennoch eine miserable Bildqualität aufweisen. Gegen HDTV-Empfang über Kabel sprechen auch die damit verbundenen Gebühren, welche bei Satellitenfernsehen nicht pauschal anfallen (außer Pay-TV).
Zur Dekodierung von DVB-C bzw. DVB-C2 braucht man einen entsprechenden Receiver oder ein Fernsehgerät, welches diese Möglichkeit bietet. Möchte man verschlüsselte Programme, worunter in Zukunft auch die HD-Versionen der FreeTV-Sender fallen werden, empfangen, wird außerdem ein CI(+)-Slot benötigt. Viele moderne Fernseher verfügen bereits über einen integrierten Tuner für DVB-C und DVB-C2, wodurch die Anschaffung eines zusätzlichen Receivers nicht mehr notwendig ist und ein CI-Slot ist mitunter ebenfalls bereits vorhanden.
Wenn man eine zukunftssichere Investition tätigen möchte, sollte ein Receiver bzw. TV-Gerät mit DVB-C2 Tuner gekauft werden. Hier bieten wir euch eine Übersicht beliebter DVB-C-Receiver:
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HOMECAST HC 5101 CI![]() ![]() | HUMAX PR-HD2000C![]() ![]() | VANTAGE DIGITAL HD 7100C![]() ![]() |
TECHNISAT DigiCorder HD K2![]() ![]() | VANTAGE DIGITAL HD 8000C Twin PVR![]() ![]() | TECHNISAT DigiCorder HD K2![]() ![]() |
DVB-S, DVB-S2 – HD über Satellitenfernsehen
Viele hundert Satelliten befinden sich bereits in geostationärer Umlaufbahn um die Erde und fast jedes Quartal werden es mehr. In der Praxis bedeutet dies, dass man beim Satellitenfernsehen eine wesentlich größere Programmauswahl hat und hier außerdem ausländische Programme empfangen werden können. Dies ist natürlich auch der Fall, wenn man HDTV über Satellit empfangen möchte. Zwar beschränkt sich der deutschsprachige Raum auf Deutschland, Schweiz, Österreich, Liechtenstein und Luxemburg, doch selbst dadurch ist eine im Vergleich zum Kabelfernsehen weitaushöhere deutsche Sendervielfalt mit deutscher Sprache gewährleistet.
Ein Empfang von Satellitenfernsehen ist auch außerhalb der Metropolen und in abgelegenen Gebieten möglich, weshalb besonders in ländlichen Gegenden Fernsehen über Satellit empfangen wird. Weitere Vorteile von Satellitenfernsehen im Vergleich zum Kabelfernsehen sind die wegfallenden monatlichen Gebühren und das höhere Programmangebot. Steigt man komplett neu in den Satellitenempfang ein, ist jedoch mit im Vergleich zum Kabelfernsehen höheren Installationskosten und einer komplizierteren Installation zu rechnen. Anzuschaffen sind hier unter anderem eine Parabolantenne, ein LNB, Kabel und gegebenenfalls ein Receiver. Im Anschluss müssen die Empfangsgeräte installiert und ausgerichtet werden.
Auch DVB-S- und DVB-S2-Receiver findet man inzwischen in Fernsehern integriert, wodurch der zusätzliche Kauf eines Receivers nicht mehr notwendig ist. Um das HDTV-Angebot in vollem Umfang nutzen zu können muss jedoch ein CI(+)-Slot zur Verfügung stehen. Erst damit können auch verschlüsselte HD-Programme empfangen werden. Hier bieten wir euch eine Übersicht beliebter DVB-S2-Receiver:
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HUMAX HD-FOX![]() ![]() | HUMAX iCord HD![]() ![]() | DREAMBOX DM800 HD PVR![]() ![]() |
TECHNISAT DigiCorder HD S2 Plus![]() ![]() | VANTAGE DIGITAL VT-1 Full HD PVR![]() ![]() | DREAMBOX DM 8000 HD PVR![]() ![]() |
HD über Satellit in Deutschland
Unverschlüsselte HDTV-Inhalte werden im Moment nur von ARD, Eins Festival HD, ZDF, Arte und Anixe HD übertragen. Im Rahmen der Digital-Plattform HD+ gesellten sich dazu noch HDTV-Versionen von RTL, Vox, Pro7, Sat1 und Kabel1 hinzu, wobei dafür jedoch Gebühren fällig werden und die Anschaffung einer speziellen CI+-Karte notwendig ist. Demnach werden auch Receiver bzw. Fernsehgeräte mit CI+-Slot benötigt, wobei jedoch einige ältere Receiver mit CI-Slot über ein Firmware-Update kompatibel mit HD+ gemacht werden sollen. Hintergrund dieses komplexen Systems sind die Kopierschutzmechanismen, welchen sich der Kunde bei HD+ unterwerfen muss. Wer diese Maßnahmen nicht akzeptieren möchte, aber trotzdem HDTV über Satellit genießen will, bleibt nur die Nutzung der öffentlich rechtlichen Programme, der wenigen unverschlüsselten HDTV-Sender und SkyHD (SkyHD ist zwar verschlüsselt, aber mit weniger Einschränkungen).
Folgende Receiver sind HD+-fähig:
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TECHNOTREND TT-micro S835 HD+![]() ![]() | TELESTAR DIGINOVA HD+![]() ![]() | HUMAX iCord HD+![]() ![]() |
High Definition in Deutschland: Klappt es in diesem Anlauf?
Die aktuellen Bestrebungen, HD-Fernsehen in Deutschland beliebter zu machen, sind nicht die ersten und ob sich HD+ durchsetzen wird, ist im Moment noch unklar. Insbesondere die DRM-Maßnahmen werden von vielen Verbrauchern kritisiert, wobei aber auch die Notwendigkeit der Anschaffung neuer Hardware auf Unbehagen trifft. Nicht ohne Grund verlieh Chip.de an HD+ die Auszeichnung „Bremse des Jahres“ und wie man auf der Seite lesen kann, geht dieser Preis an Unternehmen, „… die den Fortschritt in der digitalen Welt blockieren.“.
Am HDTV-Empfang über Kabel kann kritisiert werden, dass die Kunden für die Inhalte der öffentlich rechtlichen Sender doppelt zahlen müssen: Zum einen über die GEZ-Gebühren und zum anderen über die Monatsbeiträge an die Netzbetreiber.
FullHD, 720p oder 1080i?
In welcher Auflösung und mit welcher Bildwiederholfrequenz ein Programm ausgestrahlt wird, entscheiden die Sender. Die öffentlich rechtlichen Sender und Arte HD strahlen ihr Programm in 720p aus, während Anixe HD zumindest 1080i sendet. In der Praxis bedeutet das, dass das volle Potential eines FullHD-Fernsehers bei der Wiedergabe von HDTV-Sendern nicht ausgeschöpft werden wird und man wirklich gute Bildqualität nach wie vor nur über Blu-ray oder HDDVD erreichen kann. Neben der Auflösung spielen außerdem Bedenken über die Bitrate und den benutzten Codec eine Rolle. Wird hier gespart, kann es auch zu Einbrüchen in der Bildqualität kommen. Das Resultat sind Kompressionsartefakte und Blockartefakte, jedoch keine HD-würdige Bildqualität.
Fazit
Wechselnde Technologien und ein uneinheitliches Vorgehen der Sender im deutschen Sprachraum haben in der Vergangenheit verhindert, dass sich HD-Fernsehen im breiten Spektrum durchsetzen konnte. Ob sich die Situation im aktuellen Anlauf von HD+ ändern wird oder ob auch dieses System in wenigen Quartalen wieder den Dienst einstellt, ist im Moment noch nicht abzusehen. Verfügt man aber über einen FullHD-Fernseher mit CI-Slot, kann man zumindest die HDTV-Versionen der öffentlich rechtlichen Fernsehprogramme und den FreeTV-Sender Anixe HD kostenlos empfangen, wobei über ein kostenpflichtiges Abonnement von SkyHD noch weitere Sender den Weg auf den Fernseher finden könnten. In jedem Fall bietet die inzwischen bereits sehr große Filmauswahl auf Blu-ray genug Unterhaltungsmaterial für langsame Stunden.
[mk]
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