24p: Vorteile, Nachteile und Zukunftsaussichten
Egal ob aus dem Menü des Monitors oder den Grafikoptionen des Lieblingsspiels, jeder weiß, dass moderne Bildschirme in den allermeisten Fällen eine vertikale Bildwiederholfrequenz von 60 Hz (d.h. 60 Bilder pro Sekunde) haben. Um jetzt in 24p aufgenommenes Filmmaterial (eigentlich 23,976 fps) auf einem 60 Hz Bildschirm wiederzugeben, müssen die Bilder des Films gestreckt werden. In schnellen Szenen oder Szenen mit feststehender Kamera ist dies kein Problem, sind auf dem Film jedoch langsame Kameraschwenks vorhanden, kann es zu sichtbarem unregelmäßigen Ruckeln des Filmmaterials kommen. Hier haben wir das erste Problem mit 24p: Durch Pulldown verursachten Frame-Stutter.
Das zweite Problem mit 24p ergibt sich aus der Natur des Standards an sich: Er ist einfach zu langsam für ruckelfreie Bilddarstellung bei schnellen Szenen oder bestimmten Kameraschwenks. Bei Filmaufnahmen ist es inzwischen zu einer Kunst geworden, potentiell anfällige Szenen gleich so umzugestalten, dass es am Besten gar nicht erst zum Ruckeln kommen kann oder die Sichtbarkeit zumindest zu reduzieren. Somit bringt der Standard schon seine eigenen Probleme mit, die durch den Pulldown bei vielen Fernsehern und Bildschirmen allerdings abgedämpft werden, da bereits dort Zwischenbilder errechnet werden und der somit ursprünglich sehr ruckelige Schwenk nicht mehr ganz so ruckelig ist. Dafür nimmt man aber den hässlichen Frame-Stutter in Kauf.
Wechselt man jetzt zu einem 24p-Fernseher, so verschwindet zwar das erstgenannte Problem (Frame-Stutter), aber dafür fallen auch die vom Pulldown berechneten Zwischenbilder weg und Szenen, die mit Pulldown noch ansehnlich gewesen wären, sehen ohne plötzlich schlechter aus. Was läge also näher, als in Zukunft Filme mit höherer Wiederholrate aufzunehmen? Am besten gleich mit 60 Hz? Leider stehen derartige Entwicklungen wohl noch in weiter Ferne und man braucht wahrscheinlich eine Filmreihe mit der Erfolgsquote der originalen Star Wars Trilogie, welche als Pionier des neuen Standards herhalten muss, bevor sich überhaupt etwas ändert. Für die Jahre bis dahin bleibt nur der Griff zu Fernsehgeräten oder Projektoren, die keinen Frame-Stutter verursachen und durch Zwischenbilderzeugung die Mängel des 24p-Standards ausgleichen.
Aus 2 mach 4: Berechnung von Zwischenbildern für flüssiges Filmvergnügen
Auf dem Markt gibt es bereits verschiedene Geräte, die auf mathematischem Wege für ein flüssiges Bild sorgen. Hierfür werden einfach aus 2 benachbarten Bildern eine bestimmte Anzahl (meist 2 oder 3) Zwischenbilder berechnet und diese werden im Anschluss mit dargestellt. So hat man bei langsamen Schwenks oder schnellen Bildfolgen zwar keine Ruckler mehr, sieht sich aber unter Umständen mit einer Audioverzögerung konfrontiert. Dies kann man aber durch entsprechende Einstellungen entweder an der Audio-Anlage oder am Blu-ray- bzw. DVD-Spieler ausgleichen. Hier findet ihr einige Geräte, die diese Technologie bereits unterstützen:
SONY BRAVIA KDL-52Z4500 ![]() | SANYO PLV-Z3000 |
SONY KDL-52Z5800AEP | PANASONIC PT-AE3000E ![]() |
Fazit
Selbst die hochauflösenden Blu-ray-Filme werden heute immer noch im über hundert Jahre alten 24p-Standard aufgenommen, doch bevor sich daran etwas ändert, wird noch viel Zeit vergehen. Die hier vorgestellten Fernsehgeräte und Projektoren bieten aber Funktionen, mit denen man aus dem „minderwertigen“ Filmmaterial doch noch etwas machen kann. Allerdings geht damit auch das Flair des im kulturellen Gedächtnis eingebrannten Filmaussehens verloren. Sollte das neue Aussehen nicht gefallen, kann man bei den vorgestellten Geräten die Funktionen zur Zwischenbildberechnung aber auch wieder deaktivieren.
[mk]
Weiterführende Informationen




