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Energieeffiziente Netzteile

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Moderator: Redaktion

Energieeffiziente Netzteile

Beitragvon Redaktion, am 01.12.2008 18:24

Lange fand die Effizienz von Netzteilen überhaupt keine Beachtung, doch mit dem Advent steigender Stromkosten kehrte auch in diesem Hardwaresektor wieder Besinnung bei den Industrieriesen ein. Neben der Leistung wurde somit auch die Effizienz ein Untersuchungsmerkmal beim Feststellen des geeigneten Kandidaten für den zukünftigen Rechner. Das 80-Plus System vereinfachte die Erkennbarkeit effizienter Netzteile schließlich ungemein. Erreicht ein Netzteil bei 20, 50 und 100 % Auslastung jeweils einen Wirkungsgrad von mehr als 80 %, so wird es mit dem 80-Plus Gütesiegel ausgestattet. Neben dem Standardzertifikat gibt es allerdings noch die Varianten Bronze, Silber und Gold, wobei Letztere Ausnahmen darstellen und meist nur bei maßgeschneiderten Systemen inklusive spezialangefertigtem Netzteil erreicht werden.

standard.gif
bronze.gif
silver.gif
gold.gif


Sinn und Unsinn

Beim Kauf eines Netzteils muss der Leistungsbedarf des zukünftigen Rechners unbedingt beachtet werden, da auch 80-Plus-zertifizierte Netzteile erst bei (weit) mehr als 20 % Auslastung wirklich effizient arbeiten. Baut man sich folglich ein System mit OnBoard-Grafik, einer CPU mit 45 W TDP und einer Festplatte, so wäre ein 600 W Netzteil eine Fehlinvestition. 350 W wären in diesem Fall nicht nur ausreichend, sondern auch wesentlich angebrachter. Aus diesem Grund haben wir für den folgenden Abschnitt zwischen 4 verschiedenen Leistungsklassen unterschieden. So findet Ihr schneller das benötigte Netzteil. Ermittelte man unter Laborbedingungen eine Effizienzdifferenz zweier Netzteile von 2 % und weniger, so macht es keinen Sinn auf dieser Grundlage Produktempfehlungen zu geben. Da für Netzteilkäufer vermutlich andere Charakteristika zur Kaufentscheidung führen, haben wir uns zur Sortierung der Netzteile basierend auf ihrer maximalen Leistungsabgabe entschlossen. Alle in diesem Artikel getroffenen Angaben zur Effizienz beruhen auf der Datenbank von http://www.80plus.org.

Netzteile für Home Theater, Office oder Low-End Gaming PCs

In diesem Bereich sind Netzteile mit einer maximalen Leistungsabgabe von bis zu 400 W sinnvoll. Dies reicht nicht nur für Home Theater und Office Computer, sondern auch nicht so anspruchsvolle Spiele PCs (d.h.: sparsame Grafikkarte) sind mit einem solchen Netzteil ausreichend versorgt.

Netzteile für Mainstream-Rechner

Für Mainstream-Rechner nutzt man am besten Netzteile mit einer maximalen Leistungsabgabe von etwa 500 bis 650 W. Ein solches Netzteil stellt ausreichend Leistung für eine Vielzahl von Standardsystemen zur Verfügung, sollte man nicht gerade ein Quadcore / Multi-GPU System betreiben wollen.

Netzteile für High End Rechner

Für Systeme mit Quadcore CPUs und Dual-GPU Grafiklösung stellen Netzteile mit bis zu 800 W Leistungsabgabe die beste Wahl dar. Somit gibt es nur wenige Konfigurationen, die von diesen Stromlieferanten nicht effizient und stabil betrieben werden können.

Netzteile für Ultra High End Rechner

Quadcore CPU, Quad-SLI bzw. Quad-Crossfire Grafiklösung, Overclocking und Festplattenkonglomerate von weit mehr als 10 Datenträgern, dies sind einige der Merkmale eines Rechners, bei dem ein Netzteil mit mehr als 800 W maximaler Leistungsabgabe überhaupt Sinn macht.

Effiziente Netzteile

Produktbild----------Produktbezeichnung & Preismax. LeistungEffizienz80-Plus Zertifikat
370.gif
OCZ PC Power & Cooling Silencer 370 (PPCS370X-EU)
370 W83,51 %
standard.gif

385.gif
ENERMAX PRO82+ (EPR385AWT)
385 W85,04 %
bronze.gif

400.gif
OCZ ModXStream Pro OCZ400MXSP
400 W83,96 %
standard.gif

525.gif
ENERMAX PRO82+ (EPR525AWT)
525 W85,37 %
bronze.gif

600.gif
TAGAN TG600-U33II SuperRock
600 W85,65 %
standard.gif

625A.gif
ENERMAX Modu82+ EMD625AWT
625 W86,22 %
bronze.gif

625B.gif
ENERMAX PRO82+ (EPR625AWT)
625 W85,87 %
bronze.gif

700.gif
OCZ ModXStream Pro OCZ700MXSP
700 W85,62 %
standard.gif

750.gif
ZALMAN ZM750-HP
750 W85,12 %
standard.gif

TAGAN TG780-U33II SuperRock
780.gif
780 W86,37 %
bronze.gif

800.gif
LEVICOM/XILENCE RedWing Gaming Edition (SPS-XP800.(135)R)
800 W86,46 %
bronze.gif

850.gif
BE QUIET! Dark Power BQT P6-PRO-850W
850 W85,64 %
bronze.gif

880.gif
TAGAN TG880-U33II SuperRock
880 W86,18 %
bronze.gif

1000.gif
ANTEC TPQ-1000EC TruePower
1000 W86,73 %
bronze.gif

1250.gif
COOLERMASTER RealPower Pro (RS-C50-EMBA-D2)
1250 W85,93 %
standard.gif



Schlusswort

Die in diesem Artikel gegebenen Produktempfehlungen decken zwar die meisten potentiellen Systeme ab, jedoch sollte man sich vor dem Kauf der Komponenten für den neuen Rechner über den Stromhunger der einzelnen Bestandteile (insbesondere Grafikkarte, aber auch CPU) genau im Klaren sein. Ebenso darf das Angebot an Steckern nicht unbeachtet bleiben, denn was nützt einem das super effiziente Netzteil, wenn man nicht alle Festplatten anschließen kann und sich folglich das Kabelmanagement mit Y-Verteilern unnötig schwer machen muss. Es bleibt daher wie immer Verantwortung des PC Bastlers, die passende Komponente zu finden.

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Re: Energieeffiziente Netzteile

Beitragvon ZeitGenosse, am 21.12.2008 19:21

Erstmal ist es gut, dass ihr die Effizienz von Netzteilen thematisiert.
Es gibt heutzutage eigentlich keine Rechner, für die ein 80+-Netzteil nicht sinnvoll ist.
Leider finde ich die Erklärung von Effizienz und Wirkungsgrad nicht sonderlich gelungen. Man sollte nochmal klarstellen: Wenn ein Netzteil 100W aus der Steckdose zieht, stellt es bei 80% Effizienz dem Rechner nur 80W zur Verfügung.
Man stelle sich ein Netzteil mit 70% Effizienz vor und einen Rechner, der 400W verbraucht. Da gibt es - laufzeitabhängig - schon erhebliches Einsparpotenzial.

Auf der anderen Seite sollte man aber genau rechnen, ob sich eine Neuanschaffung lohnt. Wer sich sowieso einen neuen PC zusammenstellt, der muss zu einem 80+-Netzteil greifen. Wer allerdings schon ein Netzteil hat, für den rechnet es sich mitunter nicht, in Energieeffizienz zu investieren.
Angenommen man tauscht ein altes Seasonic S12 330W gegen ein S-12II 330W mit 80+ Zertifikat aus, dann zahlt man dafür 45€. Wenn man für das alte Netzteil noch 20€ kriegt, hat man 25€ ausgegeben (wobei das eigentlich zu wenig ist, es kommt ja noch Versand etc. hinzu). Wenn der Rechner täglich 5h an ist und dabei einen Stromverbrauch von 100W hat, hat man an einem Tag 500W verbraucht. Man verbraucht also alle 2 Tage eine Kilowattstunde. Gehen wir davon aus, dass die Kilowattstunde 18cent kostet, dann hat man in einem Jahr 32,85€ für den Rechner an Strom gezahlt. Wenn das alte Seasonic dagegen durch die geringere Effizienz 110W aus der Leitung zieht, sind das in einem Jahr 36,13€.
Es dauert also sehr lange, bis sich die 25€ amortisiert haben.

Was dagegen viel entscheidener ist, ist der verbrauchsgerechte Einkauf eines Netzteils.
Folgendes Szenario:
Man verfügt über ein Seasonic S12-330W und einen 5000+ und eine HD3870. Der Stromverbrauch beträgt im Normalbetrieb 80W und im Volllastbetrieb 130W. Bei Volllast kann das Netzteil noch nicht seine 70% Effizienz erreichen, aber es hat vielleicht 60%.
Dagegen haben wir das gleiche System mit einem 625W Enermax Pr082+. Hier verbraucht der Rechner im Idle 105W und unter Volllast 168W.
Jetzt kann man sich ausrechnen, wie wenig sinnvoll es ist, sich das 625W Netzteil von Enermax zu kaufen (das waren übrigens Werte, die ich bei einem PC von mir gemessen habe).

Ich betreibe einen Q9550 mit 4GHz und eine 260GTX 216Core, die ebenfalls übertaktet ist. Die Gesamtaufnahme des Systems liegt bei 300W (Volllast). Versorgt werden die Teile von einem Enermax Modu82+ 425W.

Diese Auflistung

Netzteile für Home Theater, Office oder Low-End Gaming PCs

In diesem Bereich sind Netzteile mit einer maximalen Leistungsabgabe von bis zu 400 W sinnvoll. Dies reicht nicht nur für Home Theater und Office Computer, sondern auch nicht so anspruchsvolle Spiele PCs (d.h.: sparsame Grafikkarte) sind mit einem solchen Netzteil ausreichend versorgt.

Netzteile für Mainstream-Rechner

Für Mainstream-Rechner nutzt man am besten Netzteile mit einer maximalen Leistungsabgabe von etwa 500 bis 650 W. Ein solches Netzteil stellt ausreichend Leistung für eine Vielzahl von Standardsystemen zur Verfügung, sollte man nicht gerade ein Quadcore / Multi-GPU System betreiben wollen.

Netzteile für High End Rechner

Für Systeme mit Quadcore CPUs und Dual-GPU Grafiklösung stellen Netzteile mit bis zu 800 W Leistungsabgabe die beste Wahl dar. Somit gibt es nur wenige Konfigurationen, die von diesen Stromlieferanten nicht effizient und stabil betrieben werden können.

Netzteile für Ultra High End Rechner

Quadcore CPU, Quad-SLI bzw. Quad-Crossfire Grafiklösung, Overclocking und Festplattenkonglomerate von weit mehr als 10 Datenträgern, dies sind einige der Merkmale eines Rechners, bei dem ein Netzteil mit mehr als 800 W maximaler Leistungsabgabe überhaupt Sinn macht.


halte ich für völlig überzogen. Es gibt keinen "normalen" Gaming-PC, der mit einem guten 400W-Netzteil nicht ausreichend versorgt wäre. Natürlich brauch man bei mehreren Grafikkarten irgendwann auch ein größeres Netzteil, aber für den normalen Rechner sind eigentlich schon 300W zuviel und für normale Gaming-PCs sind 300W in der Regel auch ausreichend.

Schaut einfach mal, was Computerbase als Verbrauch ihren Testsystemen, auf denen alle ein QX9770 betrieben wird, angibt:
http://www.computerbase.de/artikel/hard ... n_2008/22/

80+ ist schön und gut, aber wer sich ein unpassendes Netzteil kauft (und das tun leider die meisten und wenn man solche Artikel liest, weiß man auch warum), dann hat man davon nichts. Hier liegt das eigentliche Einsparpotenzial!
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ZeitGenosse
 

Re: Energieeffiziente Netzteile

Beitragvon HolgerM, am 22.12.2008 02:02

Hi Zeitgenosse,

erstmal finde ich deine Erläuterung zur Effizienz sehr anschaulich, viele Glauben ja auch wenn sie alle Heizkörper Ihrer Wohnung mit elektrischen Thermostaten ausstatten, sparen sie am Ende Geld, aufgrund der Anschaffungskosten wäre das aber wohl erst nach 50 Jahren möglich.

Aber ich finde Deine Kritik an der Einteilung nicht so ganz nachvollziehbar, da im Bericht ja steht, dass ein 400er Netzteil für "nicht so anspruchsvolle Spiele PCs" ausreicht. Im Computerbase-Test zieht das System mit einer ATi Radeon HD 4870 X2 445 Watt. Wie du ja treffend erklärst kommt dazu noch der Wirkungsgradverlust des Netzteils, außerdem hat das Computerbase-System auch nur genau eine Festplatte, vielleicht nicht in allen Fällen die Standard-Ausstattung, wenn dann noch die DVD rotiert und gerade noch der MP3-Player über USB geladen wird... nicht zu vergessen eine angemessene Reserve für Anlaufströme, dann noch eine Reserve für die Zukunft (na wenigstens ne kleine) und noch ein paar Prozent damit man nicht ständig denkt "na vielleicht nicht genug Saft".
das läppert sich ....
Grüße Holger M.
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HolgerM
 

Re: Energieeffiziente Netzteile

Beitragvon ZeitGenosse, am 22.12.2008 15:39

Genau dieses "Gefühl", man habe nicht genug Saft oder es könnte knapp werden, ist das eigentliche Problem. Eine Festplatte zieht bis zu 11W, selbst wenn man 3 davon drinnen hat, macht das den Bock nicht fett. Es gibt natürlich Kombinationen, die ein großes Netzteil erfordern. Wenn man eine X2 Grafikkarte hat, ist dem sicherlich der Fall.
Aber in aller Regel sind 300W schon zuviel, wenn es sich denn um Markennetzteil handelt.

Schau mal in den Foren in den Netzteilbereichen. Auf 100 Threads "Reicht mein Netzteil?" kommt ein Thread "PC startet plötzlich neu, Netzteil zu schwach?"

Und "Reserven" sind eigentlich auch nicht sinnvoll, der Trend geht ja eher zu weniger Stromverbrauch (45nm CPUs etc) als zu mehr.

Wer heute seinen Rechner aufrüstet, hat hinterher meist mehr Power und einen geringeren Stromverbrauch.
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ZeitGenosse
 

Re: Energieeffiziente Netzteile

Beitragvon baikala, am 25.12.2008 23:46

@Zeitgenosse:

Du sagst es: "Was dagegen viel entscheidener ist, ist der verbrauchsgerechte Einkauf eines Netzteils"

Immer wieder lese ich,das bei den heutigen,leistungsfähigen PCs auch starke Netzteile benötigt werden,nur wird vergessen,das ein moderner 4 Kern Prozessor oft nicht mehr Energie verbraucht,als ein alter 2 Kern,bzw manch eine neue CPU mit nur 45 bzw 65 Watt auskommt.
Handelt es sich nicht um ein High-End-System mit x Grafikkarten,sondern 1 Mittelklassekarte,so zieht diese bei Last etwa 50-100 Watt - somit ist man oft mit einem 350 Watt Netzteil bestens bedient,da dieses auch im Idle schon einen guten Wirkungsgrad hat.

Mein PC mit Intel 8400,ATI 3870,2 HDDs,Brenner usw hat bis dato noch nie mehr als rund 240 Watt gezogen,da reicht mein Enermax 385 völlig,genaugenommen ist es sogar überdimensioniert.

Heute muß man ja schon suchen,um ein Netzteil mit weniger als 300 W zu finden - womit soll man dann eigentlich einen kleinen Büro-Rechner ausrüsten,der bei Volllast grad mal knapp über 100 W braucht?
Dem unbedarften Verbraucher wird durch Werbung etc suggeriert,die heutige hohe Rechenleistung brauche auch viel Strom und die "Fach" Zeitschriften,Tester usw reißen sich nicht grad ein Bein aus,um das richtig zu stellen.

Zu deinem Kommentar also volle Zustimmung - Ich darf gar nicht dran denken,wie oft ich Freunden schon 600 oder gar 800 Watt Netzteile ausreden mußte...
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baikala
 

Re: Energieeffiziente Netzteile

Beitragvon m4-Tr1x, am 28.12.2008 18:06

Hi Leute,
also ich hab' einen AMD Phenom X4 9850 Black Edition, 'ne 750GB SAMSUNG HD753LJ SpinPoint F1 DT und die 1024er 4870 von Club3D,
dazu dieses Netzteil >>> COOLERMASTER Real Power M520 Modular PSU
so und die Info noch dazu , sry hatte nix in der Merkliste, wusste nicht wie man sonst linked ^^
Energieeffizienz : 80% Wirkungsgrad
Überspannungschutz : Ja
Formfaktor : ATX
Max. Leistungsabgabe : 600 Watt
Leistungsfaktorkorrektur PFC : Aktiv
Eingangsspannung : 90 bis 264 Volt
Frequenzgang Eingang : 47 bis 63Hz
Betriebstemperatur max. : 40 °C
Kabelmanagement : Ja

also ist das jetzt ein 520er oder 'n 600er, weil da ja steht 600Watt Max. Leistungsabgabe ??

Und meint ihr das ist zuviel Leistung oder okay für das System ?
Ich war halt der Meinung ich brauche eins mit nicht ganz so vielen PCI-e und SATA-II Anschlüssen und gleichzeitig aber ein
Netzteil mit ATX 2.2 und da war es halt eines der günstigsten.
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m4-Tr1x
 

Re: Energieeffiziente Netzteile

Beitragvon berni24, am 30.12.2008 01:58

Hi

600W ist die Scheinleistung
80% dafon sind dann 480W Wirkleisung
die restlichen 120W sind die Blindleistung (gehn für Wärme drauf)

Hier (die obern 2 Bilder)ganz simpel erklärt:

http://www.dance-on-party.de/Bilder/001 ... istung.jpg

http://www.dance-on-party.de/Bilder/000%20bluework.jpg

Grüße Berni
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berni24
 

Re: Energieeffiziente Netzteile

Beitragvon Spurenleser, am 26.01.2009 21:03

Wenn man sich die Diagramme, welche Effizienz über Auslastung darstellen, einmal genauer ansieht, kommt man sehr schnell zu dem Schluß, dass ein Netzteil bei etwa 50 % Auslastung am effizientesten arbeitet. Wer das nicht glaubt, kann sich hier gerne selber überzeugen:


Solche PDFs gibt es sehr zahlreichen auf der im Eingangsartikel verlinkten Seite. Weitere Vorteile der geringeren Netzteilauslastung:

  • geringere Arbeitstemperatur, dadurch
  • geringere Lüfterdrehzahl und
  • längere Lebensdauer (wenn auch marginal)

Zu erwähnen ist allerdings noch, dass ein Lüfter, der das Netzteil beim Abstransport der Warmluft an der Gehäuserückseite unterstützt, wirklich zu empfehlen ist. So geht nicht alle warme Luft durch das Netzteil und das Gesamtsystem ist meist leiser als ohne besagten Lüfter.
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Spurenleser
 

Re: Energieeffiziente Netzteile

Beitragvon HVR4000er, am 04.09.2010 10:51

Hallo,

dieses Thema war gleich ein Grund, mich hier anzumelden, denn ich MUSS einfach mal was dazu sagen.

Die Aussage, bei Home Theater, Desktop-Rechner u.s.w. seien Netzteile ab 350W vernünftig, ist ja wohl an Realitätsferne und Uninformiertheit nicht mehr zu überbieten.

1.) Mit heutigen richtig ausgewählten Standardkomponenten ist es möglich, einen Desktoprechner mit 20W Idle-Verbrauch und 65W Volllast-Verbrauch zu bauen, siehe z.B. http://www.hardwareluxx.de/community/f12/quad-core-system-unter-20w-idle-das-motherboard-ist-entscheidend-part-2-a-688890.html

2.) die wirkliche Energieeffizienz eines Netzteils in Kombination mit einem bestimmten PC-System hängt in erster Linie von der Auslastung des Netzteils ab, weniger vom Wirkungsgrad (der für feste Lastpunkte definiert ist, die mit diesem PC-System vielleicht gar nichts zu tun haben)

3.) aus 1.) und 2.) folgt: heutige Standard-ATX-Netzteile mit 300W aufwärts (auch die 80+ u.s.w.) werden in Anbetracht der Möglichkeiten heutiger Stromspar-Hardware weitgehend am Markt vorbei produziert. Beispiel: ein 400W 80+ Netzteil ist so definiert, daß es bei 20% Auslastung, also 80W Leistungsentnahme, noch mindestens 80% Wirkungsgrad aufweist. Nun kann man mit den richtigen Komponenten (s.o.) aber ein System mit 20W Idle-Verbrauch aufbauen, welches das 80+ Netzteil dann gerade mal mit 5% auslastet. Es dürfte nicht verwunderlich sein, daß dann der Wirkungsgrad durchaus in die Nähe der 50% Marke rutschen könnte, also Richtung grottenschlecht. Das einzige was dann noch erfreulich ist ist die schillernde goldfarbene Zahl auf dem schicken schwarzlackierten Blech. Wenigstens was fürs Auge.

Was sind die Netzteil-Alternativen für Leute, die wirkliche Stromsparsysteme aufbauen wollen? Nun, auf Hardwareschotte scheinen die Alternativen weitgehend unbekannt zu sein, was ich schade finde, da ich Hardwareschotte von der Aufmachung her ansonsten sehr mag. Besonders skurill ist es, daß alle Komponenten, um ein 20W System aufzubauen, fröhlich bei Hardwareschotte herumgeistern. Nur bei Netzteilen gibt es ausschließlich die Dinosaurier.

Hier die Alternativen:
1.) PicoPSU. Dabei handelt es sich um ein Subminiatur-ATX-Netzteil mit DC-Eingang, welches in den ATX-Stecker für das Mainboard eingebaut ist.
Folge: Der dicke ATX-Kabelbaum entfällt völlig. PicoPSU gibt es in den Leistungsklassen 80, 120 und 150W und für feste 12V-Versorgung (11,8-12,5V) oder mit Wide Range Eingang (12-25V). Auf jeden Fall braucht man als externe Versorgung noch ein Tischnetzteil oder sonstige DC-Quelle. Ich würde immer PicoPSU mit Wide Range empfehlen, weil dann praktisch jedes beliebige Notebooknetzteil paßt und man auch im Kfz den Rechner am Bordnetz betreiben kann. Der DC-DC-Wirkungsgrad des PicoPSU liegt bei über 90%. Hier ein Beispiel für meinen neuen Desktop-Rechner mit Pico-PSU, dessen Komponenten ich über Hardw3areschotte gesucht habe, außer das Netzteil: http://www.meisterkuehler.de/forum/vorstellung-stromspar-pcs/28631-projekt-mini-pc-am3-itx-board-athlon235e-picopsu-meinungen.html#post416867

2.) Lüfterloses Industrienetzteil. Es gibt vollwertige ATX-Netzteile für 230VAC von Zigarettenschachtel-Größe bis Margarinebecher-Größe. Den 230V-Eingang muß man bei solchen Netzteilen meist selbst verkabeln und auf die Schraubklemmen oder Molexstecker des Netzteils auflegen, im einfachsten Fall ein 230V Schukokabel direkt anschließen und zugentlasten. (Schutzerdung beachten) Hier eine deutsche Firma dieser Netzteile: http://bicker.de/index.php/bicker/Suche/%28searchtext%29/l%C3%BCfterlos/%28subtree%29/65/ Bei einem Online-Händler habe ich das BEP510 für ca. 70€ gesehen.
Das BEP515 ist seit 3 Jahren in meinem HTPC im Einsatz.

3.) aus Restposten-Schaltnetzteilen ein ATX-fähiges Netzteil selber bauen (nur für bastelfreudige Elektrofachkräfte / Elektroniker) http://www.meisterkuehler.de/forum/bastelecke/28664-idee-passives-atx-netzteil-150w-fuer-10-a.html
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Re: Energieeffiziente Netzteile

Beitragvon HVR4000er, am 04.09.2010 19:37

berni24 hat geschrieben:Hi
600W ist die Scheinleistung
80% dafon sind dann 480W Wirkleisung
die restlichen 120W sind die Blindleistung (gehn für Wärme drauf)
Grüße Berni


Oje, oje, hier werden die Begriffe mächtig falsch verstanden.

Die Scheinleistung und die Blindleistung haben mit dem Wirkungsgrad des Netzteiles überhaupt nichts zu tun, ebensowenig mit der Wärmeentwicklung oder mit dem, was der Stromzähler zählt.

Bei der Blindleistung Q handelt es sich um eine unerwünschte Phasenverschiebung zwischen entnommenen Strom und Netzspannung sowie um eine Verzerrung des Netzsinus durch "eckige" Stromentnahme (sog. Oberwellenblindleistung). Ursache ist die Arbeitsweise von Schaltnetzteilen. Es gibt nur einen, der sich darüber ärgert: Das Elektrizitätsversorgungsunternehnen. (der Betreiber der Netz-Infrastruktur). Blindleistung erhöht die Verluste im Leitungsnetz und in Umspannstationen. Der Stromkunde muß immer nur entnommene Wirkleistung bezahlen. Der Stromzähler mißt immer nur Wirkleistung!
Scheinleistung ist die Gesamtheit aus Blind- und Wirkleistung und errechnet sich über den Phytagoras: S = Wurzel (P²+Q²)
Scheinleistung verdankt ihren Namen durch den Umstand, daß eine einfache Strommessung nach P = U*I scheinbar die Leistung ergibt, die jemand (nutzbringend) dem Stromnetz entnimmt. In Wirklichkeit wird aber die Blindleistung unfreiwillig mitgemessen.
Der Leistungsfaktor (Power Factor, cos phi) ist eine Zahl zwischen Null und Eins und gibt an, wieviel geringer die Wirk- gegenüber der Scheinleistung ist. Anzustreben im Sinne des Netzbetreibers ist cos phi = 1.
Aufgrund der Schädlichkeit für das Stromnetz gibt es gesetzliche Grenzwerte für die Blindleistung eines elektrischen Betriebsmittels in Relation zur Wirkleistung. Eine Maßnahme zur Einhaltung ist dann die Power Factor Correction. Das sind Bauteile, Schaltungen oder Arbeitsweisen im Netzteil, die die Sinuskurve des entnommenen Stroms möglichst glätten und synchron zur Netzspannungskurve laufen lassen sollen. Eine gute PFC bringt dem Käufer des Netzteils keinen direkten Nutzen und taugt demzufolge nicht wirklich als Werbeargument.
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Re: Energieeffiziente Netzteile

Beitragvon lemmich, am 01.05.2011 00:11

Hallo,

ich finde das ganze (Tipp's & etc.) zu kompliziert.
guckst Du:
http://support.asus.de/PowerSupplyCalculator/PSCalculator.aspx?SLanguage=de-de
oder
http://www.enermax.de/produkte/netzteile.html


MfG
Lemmich :geek:
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Re: Energieeffiziente Netzteile

Beitragvon Spurenleser, am 02.05.2011 11:15

Wenn man einfach nur in Netzteilen stöbern möchte, findet man in der entsprechenden Kategorie sogar mehr als nur Enermax-Netzteile im Preisvergleich.

Der Link zu der Asus-Seite ist nett, allerdings fehlen ein paar neuere Modelle bei den Grafikkarten. Und bezüglich "zu kompliziert": Manche Leute möchten eben etwas tiefer in die Materie eindringen :-)
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Re: Energieeffiziente Netzteile

Beitragvon jstan, am 23.05.2011 20:35

Hallo,
zu den Angaben vom Wirkungsgrad habe ich ff. Frage: Wie wurde der Wirkungsgrad ermittelt? Einfach lt. Herstellerangabe? Wie verhalten sich die Netzzteile bei einer Teilauslastung von z.B. von nur 30 - 50% ? Soweit ich weiss, sind sie dann nämlich deutlich schlechter als der angegebene Spitzenwert. Also hat ein 700 W- Netzteil, das nur 350 W Leistung abgibt nur eine Wirkungsgrad von 65 - 70%? Richtig oder falsch?

Gruss
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Re: Energieeffiziente Netzteile

Beitragvon Wegi89, am 23.05.2011 23:56

Die Liste oben ist schon etwas ältern, generell sollte man sein Netzteil an die verbaute Hardware anpassen. Daher sind 700 Watt von einem billigen Netzteil schlechter investiert als ein vernünftiges Netzteil mit 380 Watt. dies ist nicht nur effektiver, sondern auch besser ausgelastet und daher im guten Wirkungsbereich. für Officerechner reichen meistens um die 350 Watt, 450 Watt für einen Multimediarechner, maximal 600 Watt sind für einen Spiele-PC notwendig, je nach Grafikkarte. alles über 600 Watt benötigt man heute nur für Multi-GPU oder CPU oder zum extremen übertakten bei CPUS mit hoher Verlustleistung wie Core i/ für sockel 1366 oder den AMD 4 Kernern und 6 Kernern.
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