Neben USB 3.0 ist der neue 6 Gbps SATA-Standard eine der Neuerungen, die zukünftiger Hardware das Aufstellen neuer Rekorde möglich macht, wobei aktuelle mechanische Festplatten und SSDs die vom alten SATA2-Standard zur Verfügung gestellte Bandbreite noch nicht voll ausnutzen. Mit Crucials neuer RealSSD C300 ändert sich die Situation jedoch. Die C300 ist die erste SSD, die von SATA3 auch tatsächlich Gebrauch macht, wenn auch mit einigen Startschwierigkeiten. In diesem Artikel stellen wir euch die Crucial RealSSD C300 vor und mit ihr die Kinderkrankheiten, mit der sie noch zu kämpfen hat.
Technische Daten der RealSSD C300
Die C300 kann über SATA3 angesprochen werden, wobei sie natürlich auch an einem SATA2-Controller funktioniert. In ihr findet man einen Flash-Controller von Marvell, der den TRIM-Befehl unterstützt und auf 34 nm Fertigungsverfahren hergestellte Flash-Speicherchips, sowie einen 256 MB DDR3-Speicherchip als Cache. Damit bietet die C300 bereits beim Cache wesentlich mehr als die Konkurrenz. Weitere technische Daten im Überblick (Quelle: Datenblatt von Crucial):
Leistung der RealSSD C300
Die RealSSD C300 war direkt nach der Veröffentlichung von Firmware-Problemen geplagt. Dies äußerte sich zum einen in sporadisch geringeren Übertragungsraten und zum anderen in komplett ausgefallenen Exemplaren. Man spricht in diesem Fall von „bricked SSD“, das heißt: Eine zugemauerte SSD. Das Gerät wird aufgrund eines Fehlers in der Firmware unbenutzbar. Dies passierte übrigens auch Intel bei der Veröffentlichung eines Firmware-Updates für die G2 Postville SSDs.
Mit dem neuesten Firmware-Update von Crucial funktioniert die C300 jedoch fehlerfrei und liefert obendrein Bestleistungen. In HDTune schafft es die Platte auf eine Leserate von 355 MB/s, sofern man sie an einem SATA3-Anschluss betreibt. Steht nur SATA2 zur Verfügung, liefert die RealSSD C300 immer noch 265 MB/s Lesegeschwindigkeit. Die Schreibraten der unterschiedlichen Modelle sind davon allerdings nicht betroffen, da selbst die schnellste Version noch nicht an die Grenzen von SATA2 stößt. Die 256 GB Version der RealSSD C300 schaffte es auf 215 MB/s Schreibrate, während die 128 GB Version nur 140 MB/s erreicht. Die 64 GB Version liefert jedoch nur eine Schreibtransferrate von mageren 70 MB/s.
In der Praxis erwies sich die C300 in zahlreichen Tests als souverän im Bereich der Leseleistung, während sie bei der Schreibgeschwindigkeit zwar nicht auf Platz 1 steht, aber immer noch mit Spitzenwerten auftrumpft. Beim Testen zeigt sich außerdem, dass die Treiber einiger SATA3-Controller noch nicht ausgereift ist und an dieser Stelle von Seiten der Hardware-Hersteller definitiv noch Nachbesserungsbedarf besteht. Am heimischen Rechner sollte daher nicht nur getestet werden, ob die C300 mit den SATA-Standardtreibern von Windows 7 besser funktioniert als mit den Treibern des Herstellers, sondern auch ob die C300 an einem SATA2-Interface bessere Leistungen erzielt als an einem SATA3-Interface.
Fazit
Nach einigen Startschwierigkeiten konnte Crucials RealSSD C300 die Leistungskrone im Bereich der Lesegeschwindigkeit an sich reißen und nun bleibt abzuwarten, wann ein Konkurrenzprodukt die neuen Rekorde übertrumpft. Ärgerlich ist hingegen, dass die Hardware-Hersteller offenbar mit der Programmierung einwandfrei funktionierender Treiber überfordert sind und man deswegen Leistung einbüßt.
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