Software-Optimierung und künstliche gebremste CPU-Leistung
Neben neuen Befehlssätzen, bringen neue CPUs auch oft weitere Threads. Threads sind Ausführungsstränge von Befehlen. Eine CPU mit mehr Threads kann somit mehr Befehlsstränge gleichzeitig ausführen. Nimmt ein Programm allerdings nicht alle verfügbaren Threads in Anspruch, bleibt ein Teil der CPU-Leistung ungenutzt. Aus diesem Grund erzielen höher getaktete 2-Kern-Prozessoren in vielen PC-Spielen bessere Leistung als 4-Kern-Prozessoren mit niedrigerem Kerntakt (aber theoretisch höherem „Gesamttakt“). Teilweise nutzen Programme auch veraltete Befehlssätze, während über die neueren Versionen eine höhere Leistung erzielt werden könnte.
Besonders in Anbetracht des Problems mit nicht genutzten Threads muss man sich als Käufer heute fragen, welche CPU für den angedachten Verwendungszweck am besten geeignet ist. Dual-Core-Prozessoren mit höherem Takt sind für die allermeisten Anwendungsszenarios immer noch empfehlenswerter als Quad-Cores oder gar 6-Kern-Prozessoren.
CPU-Empfehlung der Redaktion
Beide Hersteller bieten etwa 40 CPUs für die verschiedensten Sockel und mitunter liegen zwischen den Versionen nur 100 MHz Taktunterschied. Hier den passenden Prozessor zu finden kann sich daher schnell kompliziert darstellen, da die Vorteile der einzelnen Modelle meist nicht auf der Hand liegen. Aus diesem Grunde haben wir in diesem Abschnitt von jedem Hersteller je drei universell gute CPUs zusammengestellt. Abhängig vom Budget findet so jeder schnell den Weg zum passenden Prozessor.
AMD
Wer sich viel Leistung für wenig Geld wünscht, ist bei AMD genau an der richtigen Stelle. Die Firma bietet inzwischen Quad-Core CPUs für unter 100 €. Der Athlon II X4 630 fällt in genau diese Kategorie: Ein Quad-Core mit 2,8 GHz Kerntakt, 2 MB L2-Cache und 95 Watt TDP. Das Ganze für im Moment 89 Euro. Wer jedoch etwas mehr Leistung benötigt und auch bereit ist, dafür tiefer in die Tasche zu greifen, der kann zum Phenom II X4 965 Black Edition greifen. 4 Kerne mit 3,4 GHz Kerntakt, 2 MB L2-Cache und 6 MB L3-Cache bei einem TDP von 125 Watt. „Black Edition“-CPUs von AMD machen Übertakten zum Kinderspiel, da man einfach den Multiplikator ändern kann und dadurch an der Basisfrequenz nichts ändern muss. Wird noch mehr Leistung benötigt, empfiehlt sich der von AMD im April veröffentlichte 6-Kern-Prozessor. Die leistungsfähigste 6-Kern-CPU von AMD ist im Moment der Phenom II X6 1090T Black Edition. Sechs Kerne mit 3,4 GHz Kerntakt, 3 MB L2-Cache und 6 MB L3-Cache bei einem TDP von 125 Watt. Auch diese CPU kann einfach übertaktet werden.
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AMD Athlon II X4 630 ![]() | AMD Phenom II X4 965 Black Edition C3-Step ![]() | AMD Phenom II X6 1090T Black Edition ![]() |
Intel
Intels schnellster Prozessor, der INTEL Core i7-980X Extreme Edition (BX80613I7980X), ist etwa 50 % leistungsfähiger als AMDs Phenom II X6 1090T. Für diese Mehrleistung zahlt man allerdings etwa 3,5-mal so viel, wie für einen Phenom II X6 1090T. Abgesehen vom High End Bereich, in welchem AMD seit der Einführung der Core 2 Duo Prozessoren nicht mehr konkurrenzfähig war, findet man um einen bestimmten Preispunkt meist neben einem AMD-Prozessor auch ein vergleichbares Produkt von Intel.
Der von uns empfohlene Core i3-530 ist zwar in gut parallelisierten Anwendung knapp langsamer als AMDs Athlon II X4 620, kann dafür aber mit einem geringerem TDP aufwarten. Dadurch wird dieser Prozessor für Übertaktungsfreunde interessant, da man ihm so noch mehr Leistung entlocken kann. Der Core i5-750 zeigt sich sehr knapp leistungsfähiger als AMDs Phenom II X4 965 und verfügt dabei ebenfalls über einen geringeren TDP (95 Watt vs. 125 Watt). An diesem Preispunkt kommt es daher auf die persönlichen Vorlieben an. Intels Core i7-860 ist zwar etwa 15 € billiger als AMDs Phenom II X6 1090T, bietet aber dennoch etwas mehr Leistung. Auch hier punktet Intel außerdem durch einen geringeren TDP.
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INTEL Core i3-530 ![]() | INTEL Core i5-750 ![]() | INTEL Core i7-860 ![]() |
Die Leistungstabelle
In der folgenden Tabelle haben wir einen Großteil der aktuell verfügbaren CPUs nach Leistung sortiert. Aufgrund der minimalen Unterschiede zwischen einigen Prozessoren haben wir bestimmte Modelle nicht mit in die Liste aufgenommen, wobei alle Prozessoren unterhalb des Core i7-750 im Schnitt etwa 3 % weniger Leistung bringen, als die jeweils darüber befindliche CPU. Als Grundlage für die Liste diente die Leistungsfähigkeit der Prozessoren in Adobe Premiere Pro und Cinebench. Bei beiden Programmen handelt es sich um sehr gut parallelisierte Software, weswegen die Leistungsfähigkeit der Prozessoren voll ausgenutzt wird. In PC-Spielen kann die Hierarchie jedoch komplett anders ausfallen und in der Regel sollte man hierfür mehr Geld in die Grafikkarte als in die CPU investieren.
Ihr sucht eine andere CPU? Dann schaut doch einmal in den entsprechenden Kategorien vorbei: Unter AMD-Prozessoren und Intel-Prozessoren.
Fazit
Wenn man nicht gerade Multimediadateien bearbeitet, 3D-Szenen rendert oder anderweitige Spezialsoftware verwendet, bieten selbst günstige CPUs inzwischen mehr Leistung als man sinnvoll verwenden kann. Erst mit der nächsten Konsolengeneration werden PC-Spiele wieder fordernder und bis dahin genügt auch eine 150 € CPU für den Spielesektor.
[mk]








