Das iPad ist Apples Antwort auf den Netbook-Wahn. Es ist handlich, hat mehr Akkulaufzeit als Netbooks und sieht dabei noch schicker aus – ein klarer Sieg für Apple? Zwar bietet das iPad tatsächlich verschiedene Vorteile gegenüber Netbooks, doch wie bei jedem Apple-Produkt, wurden auch hier wieder kritische Stimmen laut.
16 GB Varianten:
| APPLE iPad 16GB WiFi | ![]() |
| APPLE iPad 16GB Wi-Fi + 3G -------------------------------------------------- | ![]() |
32 GB Varianten:
| APPLE iPad 32GB WiFi | |
| APPLE iPad 32GB Wi-Fi + 3G -------------------------------------------------- | ![]() |
64 GB Varianten:
| APPLE iPad 64GB WiFi | |
| APPLE iPad 64GB Wi-Fi + 3G -------------------------------------------------- | ![]() |
Das Apple iPad – Eckdaten
Beim iPad handelt es sich im Grunde um eine größere Version des iPod touch. Herzstück des Gerätes ist ein Apple A4 Prozessor, welcher das bereits vom iPhone bekannte Betriebssystem antreibt. Wie gewohnt bietet das Gerät viele Eingabemöglichkeiten über MultiTouch. Zum Blickfang wird das iPad nicht nur durch sein ästhetisches Äußeres, sondern wegen des das verbauten IPS-Panel. Das 1024 x 768 Pixel umfassende Display wird dadurch selbst aus unüblichen Betrachtungswinkeln gut einsehbar. In Hinsicht auf Batterielaufzeit verspricht Apple zumindest 10 Stunden. Hier die technischen Eckdaten im Überblick:
Abmessungen & Abmessungen:
- Höhe: 242.8 mm
- Breite: 189,7 mm
- Tiefe: 13,4 mm
- Gewicht: 0,68 kg (Wi-Fi Modell) / 0,73 kg (Wi-Fi + 3G Modell)
Technische Merkmale:
- 9,7‘‘ IPS-Panel
- 1024 x 768 Pixel Auflösung (132 Pixel pro Inch)
- Wi-Fi (802.11a/b/g/n)
- Bluetooth 2.1 + EDR
- 16, 32 oder 64 GB Kapazität
- Digitaler Kompass
- Beschleunigungssensor
- Lichtmesser
3G-Version
- UMTS/HSDPA (850, 1900, 2100 MHz)
- GSM/EDGE (850, 900, 1800, 1900 MHz)
- Assisted GPS
Weitere Informationen über das iPad auf Apple.com
iPad – Schattenseite?
Hauptkritikpunkte an Apples iPad sind die fehlende Webcam, die fehlende Unterstützung für Multitasking und die geringe Auflösung des Displays (1024 x 768 Pixel). Mit Webcam hätte man das iPad zum Beispiel für Videokonferenzen einsetzen können. Das fehlende Multitasking wird zum Teil dadurch ausgeglichen, dass die Applikationen sehr schnell laden und mitunter die vorher dargestellten Fenster wiederherstellen. Eine Bildschirmbreite von 1024 Pixel ist zwar für viele Webseiten zu schmal, in Netbook-Kreisen aber dennoch der Standard. Eine höhere Auflösung bei gleicher Display-Größe wäre für viele ältere Nutzer problematisch gewesen. Der Speicherplatz der kleineren 16 und 32 GB-Versionen reicht heute leider auch nicht mehr für viele Bilder oder Filme, sofern man sie nicht vor dem Transfer konvertiert.
Bei den direkt verfügbaren Anschlüssen hat Apple ebenfalls gegeizt. Hier findet man nur eine 3.5 mm Klinkenbuchse zum Anstecken von Kopfhörern und einen proprietären Port für den „Dock Connector“. Es gibt an dem Gerät keinen SD/SDHC-Karten Slot, keine Mini-USB-Buchse und der Adapter für SD-Karten, genauso wie der kleine Docking-Halter und das Netzteil zum Laden über Netzstrom sind Zubehör und müssen extra gekauft werden.
Steve Jobs sagte am 27. Januar bei der Apple Keynote, dass das iPad, um erfolgreich zu sein, bei bestimmten Schlüsselszenarien signifikant besser sein müsste, als Smartphones und Notebooks, was Netbooks bisher nicht gelungen sei. Nach Jobs gäbe es natürlich keine Frage was die Überlegenheit des iPads in diesen Bereichen angeht, doch ich will an dieser Stelle einmal genauer nachhaken. Daher hier meine Meinung zu der iPad-Überlegenheit in den von Jobs erwähnten „key features“:
„Browsing“ | Signifikant besser als Smartphones: Ja | Signifikant besser als Notebooks: Nein
- Bei seiner Demonstration der Browsing-Fähigkeiten (im Netz surfen) des iPads besuchte Jobs verschiedene Internetseiten und spielte ein paar Youtube-Videos ab. Den Zugriff auf die Youtube-Videos erhält Apple durch die Youtube-API, doch das iPad selber unterstützt kein Flash. Die Gründe hierfür sind für den Kunden irrelevant doch Fakt bleibt, dass eine enorme Anzahl von Webseiten ohne Flash nicht dargestellt werden kann. Selbst auf den von Jobs am 27. Januar vorgestellten Webseiten konnte man mehrfach leere weiße Boxen mit Hinweis auf fehlende Plugins sehen. Nun wäre es durchaus legitim zu sagen, dass das Internet ohne Flash besser dran wäre, doch leider ist auch fragwürdig, ob der Browser des iPads Erweiterungen wie Banner- oder Scriptblocker unterstützt.
„Photos“ | Signifikant besser als Smartphones: Ja | Signifikant besser als Notebooks: Ja
- Durch das hochwertige IPS-Panel eignet sich das iPad wirklich signifikant besser für die Betrachtung von Fotos als ein Notebook oder ein Smartphone. Leider wird es für das iPad durch den geringen Speicherplatz problematisch. Selbst die größte Version (64 GB) wäre früh voll, wenn man öfter Bilder macht und sie vor dem Transfer nicht skaliert. Außerdem war nicht klar ersichtlich, ob der SD-Adapter auch SDHC-Karten unterstützt. Sollte das nicht der Fall sein, könnte man die Karten vieler neuer Geräte nicht nutzen. Beim Thema Fotos muss man aber eingestehen, dass das von Apple erstellte Nutzerinterface für viele Nutzer tatsächlich eine bessere Erfahrung bei der Betrachtung ihrer Lieblingsbilder bieten wird als ein Notebook oder Smartphone.
„Video“ | Signifikant besser als Smartphones: Ja | Signifikant besser als Notebooks: Nein
- Mal ganz abgesehen von der Speicherplatzgrenze eignet sich iPad schon deswegen nicht für Filmgenuss, weil man das Gerät die ganze Zeit halten muss. Schließlich braucht man die Hände während des Filmeabends für andere Tätigkeiten, wie zum Beispiel den Verzehr von Chips oder Popcorn. Ein 16:9-Bildschirm eignet sich erfahrungsgemäß übrigens signifikant besser für Filme als ein 4:3-Display. Zu schlechter Letzt kann man auf dem iPod nicht einfach VLC Player oder MPC-HC installieren, sondern ist auf den Player von Apple angewiesen. Dadurch beschränkt sich die Unterstützung von Filmformaten und Playerfunktionen.
„Music“ | Signifikant besser als Smartphones: Nein | Signifikant besser als Notebooks: Ja
- Warum das iPad zum Anhören von Musik besser geeignet sein soll als das Apple eigene iPhone ist mir ein Rätsel. Doch selbst das iPhone war hier nicht das erste Gerät und ich wage mal zu behaupten, dass man bereits seit mehr als 5 Jahren mit Smartphones Musik hören kann.
„Games“ | Signifikant besser als Smartphones: Nein | Signifikant besser als Notebooks: Nein
- Auf der Keynote von Apple wurde auch die Spiele-Eignung des iPads demonstriert. Hierfür kommen im Moment nur die Spiele in Frage, die bereits für das iPhone entwickelt wurden. Diese können entweder skaliert werden oder sie werden einfach mit Rahmen dargestellt. Keine der zwei Varianten lieferte jedoch ein auch nur annähernd ästhetisches Endergebnis.
„eBooks“ | Signifikant besser als Smartphones: Ja | Signifikant besser als Notebooks: Ja
- Neben der Betrachtung von Fotos, ist das Lesen von eBooks der zweite Bereich, in dem das iPad wesentlich besser abschneidet als Smartphones und Notebooks. Für eBooks sind Smartphones einfach zu klein und Notebooks zu unhandlich. Leider wird längeres Lesen auf dem IPS-Display unangenehm für die Augen. Hier wäre ein eBook-Reader besser geeignet als das iPad. Und zwar signifikant.
iPad Alternativen
Bereits jetzt gibt es verschiedene Alternativen zum iPad und durch Apples große iPad-PR-Kampagne wurde der Weg für die Veröffentlichung weiterer Tablet-PCs geebnet. Die eigentliche Frage ist jedoch, für was man das Gerät überhaupt einsetzen will. Möchte man nur eBooks lesen, ist ein Kindle DX von Amazon oder ein anderer eBook-Reader dem iPad vorzuziehen.
Tablet-PCs
ARCHOS 9 Tablet PC ![]() ------------------------------------------ | LENOVO ThinkPad X200 Tablet-PC ![]() ------------------------------------------ | FUJITSU Stylistic ST6012 ![]() |
eBook-Reader
SONY PRS-300 Pocket Edition ![]() ------------------------------------------ | SONY Reader PRS-600 Touch Edition ![]() ------------------------------------------ | HANVON WISEreader N518 ![]() ------------------------------------------ | IRIVER STORY eBook ![]() |
Fazit
Wer sich bisher nicht für Netbooks begeistern konnte, aber dennoch ein Gadget für die mobile Unterhaltung sucht, für den ist einer der neuen Tablet-PCs vielleicht genau das Richtige. Ob iPad oder nicht entscheidet sich schließlich anhand der gewünschten Funktionen und wer sich noch bis Ende 2010 gedulden kann, der kann vielleicht schon wesentlich besser Produkte für denselben Preis erwerben. Sucht man nur etwas zur Aufbewahrung seiner Buchsammlung zu Hause, dann ist ein Bücherregal immer noch die vernünftigste Wahl. Wer sein Bücherregal unterwegs immer dabei haben will, der hat inzwischen die Wahl zwischen zahlreichen eBook-Readern.
[mk]













